Majestätsbeleidigung

In der vergangenen Woche (8. März) war im TV zu lesen, dass der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch mit einem "geharnischten" Brief auf anhaltende Kritik reagiert hat, wonach Mainz an einer zivilen Nutzung der Hermeskeiler Kaserne nicht gelegen sei.

Wenn ich nun "geharnischt" mit "gepfeffert", "polemisch" oder "scharf" übersetzte, hat der Innenminister ähnlich emotional auf die Kritik reagiert, wie unlängst in einem Brief an die Landrätin des Kreises Bernkastel-Wittlich (der TV berichtete). Das Schreiben an die Landrätin, aus dem der TV seinerzeit zitierte, war ein Antwortschreiben des Innenministers auf einen Brief, in dem die Landrätin das Ergebnis der Beratungen des Kreisausschusses darlegte. Anliegen des Schreibens der Landrätin war damals die Bitte, eine Aussage vom Innenminister zur Förderung der Manderscheider Schwimmbadsanierung zu erhalten. Es scheint mittlerweile Normalität zu sein, dass der Innenminister Kritik als Majestätsbeleidigung auffasst. Ich wünsche dem Minister beim Lesen der nächsten kritischen Briefe oder Anfragen mehr Gelassenheit! Hans Jörg Krames, Wittlich