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Makerspace in Wittlich Tag der offenen Tür

Bildung : Eine Werkstatt, die für alle offen ist

Am Samstag lädt der neue „Makerspace“ in Wittlich zum Tag der offenen Tür. Die offene Werkstatt will ein soziales Problem der Stadt lösen.

Wie funktioniert ein Mikroprozessor? Wie baut man eine Internetseite? Wie drehe ich einen Trickfilm? Dies sind nur einige Themen, die der Makerspace in der Wittlicher Neustraße angeht. Die offene Werkstatt wurde am Donnerstagabend eröffnet.

Maker heißt Macher. „Aber es ist nicht der einsame Macher, sondern das gemeinsame Machen, das hier im Vordergrund steht“, sagt Annette Münzel von der Stadtbücherei Wittlich. Drei Bereiche decke man thematisch ab: Handwerk, Technik, Digitales.

Für November hatten die Verantwortlichen bereits ein vielfältiges Kursprogramm geplant, das durch die neuerliche Corona-Beschränkung vorerst auf Eis gelegt ist. Aber wenn es in naher Zukunft endlich losgeht, dann kann jeder die offene Werkstatt besuchen.

An der grauen Betondecke des Innenraums leuchten helle Leuchtstoffröhren. Darunter stehen Computerbildschirme, eine CNC-Fräsmaschine, ein Siebdruck, ein 3D-Drucker, Werkzeugkoffer, Foto-Equipment und Roboter für Heranwachsende. „Gerade für Kinder ist das hier eine Möglichkeit, ihnen einen allerersten Einstieg ins Programmieren zu vermitteln“, sagt Annette Münzel.

Jeder Ort hat seine Geschichte. Die des „Makerspace“ begann erstaunlicherweise in der Stadtbücherei in Wittlich. Elke Scheid vom Kulturamt erklärt das so: Immer wieder seien dort Jungs im Alter zwischen zehn und 14 Jahren aufgefallen, die laut herumschrien und andere Besucher störten. „Wir haben überlegt, wie wir diese Jungs sinnvoll beschäftigen können.“ Die Stadtbücherei hatte Computer-Kurse angeboten, aber die Kinder hätte man damit nicht erreichen können, sagt Scheid. „Es musste etwas Unverbindliches sein, ein Ort, den man einfach aufsuchen könne. Und es musste etwas Technisches sein. Jungs mögen Technik.“ Irgendwann sei die Idee einer offenen Werkstatt geboren worden. Beteiligt an dem Projekt sind die Stadtverwaltung, das Haus der Jugend, die Stadtbücherei, die VHS, der Caritasverband und das Mehrgenerationenhaus.

Hans-Peter Pesch ist Pensionär. Er hilft hier ehrenamtlich mit. Er zeigt einen Bausatz für ein analoges Radio, das Mittelwellen empfängt. „Leicht zu bauen“, sagt er, „das kann jeder lernen.“ Gerade Kindern könne man hier technisches Wissen vermitteln: Warum leuchtet eine Iode? Wofür nutze ich einen Kupferdraht?

„Wir suchen auch weiterhin ehrenamtliche Helfer“, sagt Daniel Scharfbillig vom Haus der Jugend. Die sollten neugierig auf Technik sein, Spaß haben und Wissen weitergeben.

Darin liegt auch die Hoffnung von Elke Scheid: Dass Kinder und Jugendliche gerade aus bildungsfernen Schichten hier Umgang mit ehrenamtlichen Erwachsenen finden. Vielleicht könnten so Kontakte in die Industrie entstehen und einen Praktikumsplatz vermitteln.

„Das ist der Versuch einer Lösung“, sagt Elke Scheid, „ob es die Lösung ist, kann ich Ihnen nicht sagen.“

Am Samstag, 31. Oktober, präsentiert sich der Makerspace in der Neustraße 6-12 am Tag der offenen Tür von 12 bis 17 Uhr. Ab Montag ist die Werkstatt wegen der Corona-Maßnahmen zunächst geschlossen. Infos: www.makerspace.wittlich.de.