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Mal hoch zu Ross, mal auf Schusters Rappen

Mal hoch zu Ross, mal auf Schusters Rappen

Während eines einwöchigen Wanderritts von Womrath an die Mosel und über Hasselbach wieder zurück haben 24 Reiter mit ihren Pferden am Wolfer Campingplatz eine eintägige Rast eingelegt.

Wolf. (urs) Hoch zu Ross machen sie sich auf den Weg. Doch unterwegs heißt es auch immer wieder absteigen und die teils steilen Etappen wandernd meistern. Denn das ist Sinn und Zweck von Wanderritten wie dem 28. Lehrwanderritt des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz. Neulinge in dieser Breitensportart sollen im Rahmen ihrer Wanderreitausbildung lernen, sich und ihr Pferd gesund zu erhalten während eines strapaziösen mehrtägigen Ritts in fremdem Gelände.

Zwei Dutzend Reiter haben sich mit ihren Pferden der einwöchigen Tour angeschlossen und dabei Hunsrück, Mosel und ein Stückchen Eifel erkundet. Vom Start- und Zielort Womrath (VG Kirchberg im Rhein-Hunsrück-Kreis) aus hat sie ihr Weg über Gösenroth, Irmenach und Wolf mit eintägiger Rast nach Grenderich und Hasselbach geführt. 30 bis 35 Kilometer legen Ross und Wanderreiter in kleineren Gruppen pro Tag zurück. Bei hochsommerlichen Temperaturen ufert der Spaß daher schon mal zur schweißtreibenden Angelegenheit aus. So richtig unangenehm wird es aber nur, wenn die Teilnehmer in ein Unwetter geraten. Das sei aber nur in der Nacht auf Montag der Fall gewesen, berichtet Betreuerin Gisela Ankly. Allerdings sei ihnen bei dem Sturm in Gösenroth sogar die Zeltplane weggeflogen: "Da mussten wir improvisieren - alles war platschnass." Mit Marco Arnold und Klaus Engelhardt stellt Ankly den "Tross", der den Auf- und Abbau des Zeltes übernimmt, und vorausfährt, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen.

Wichtig sei, dass die Reiter bei ihren Pferden sein könnten, erklärt Engelhardt. Weide und Nachtlager sollten daher benachbart sein. Obendrein übernimmt das Trio die Funktion der Küchencrew. Am Montag habe es Spaghetti mit Hackfleischsoße gegeben, erzählt Arnold. Dazu Eisbergsalat mit Mandarinen und Cashewkernen und auch einen Nachtisch. Die Einkäufe seien immer ein Erlebnis. Denn fünf Kilo Nudeln pro Tag gingen da schon weg. Besonders großer Wert wird laut Engelhardt auf "die Reittauglichkeit der Pferde" gelegt. Bevor es morgens weiter geht, schauen sich die Gruppenführer jedes Tier genau an und achten vor allem auf deren Gangart. "Das ist sehr wichtig", betont Ankly: "Sonst kann ein Wanderritt von acht Stunden schon zur Qual werden." Das gleiche Prozedere steht daher auch beim Eintreffen am Etappenziel an. Verletzungen, wie durch die falsche Ausrüstung verursachte Druck stellen, können so rasch erkannt werden. So wundert es auch keinen, dass die Gruppen in Wolf mit Verspätung eintreffen. Nach einer richtigen Wohlfühlrast am Irmenacher Sportplatz habe sich am Morgen "eine Invalidengruppe" auf den Weg gemacht, erklärt Ankly. Eigentlich seien bei jedem Pferd "Unregelmäßigkeiten im Gang" festzustellen gewesen.

Abgesehen von dem Gefühl der Freiheit, die ein solcher Wanderritt bietet, macht den Reiz aber auch der Teilnehmer-Mix aus. So sind unter den Reitern aus Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland, Bayern und NordrheinWestfalen Erwachsene aller Altersgruppen. Entsprechend unterschiedlich präsentieren sich ihre treuen Begleiter, unter denen sich 1,4 Meter große Isländer ebenso finden wie 1,75 Meter große Warmblüter.