Mal in Ruhe ein Bier trinken

WITTLICH. Ein Job, bei dem es immer ein bisschen mehr sein muss - Karsten Mathar kennt das: Seit einem Jahr kümmert er sich um alles, was mit Stadtmarketing zu tun hat. Jetzt wurde sein Vertrag um ein Jahr verlängert.

Wer erfolgreich sein will, lässt nicht nach Feierabend den Bleistift fallen. Deshalb rechnet Karsten Mathar auch nicht nach, wie viele Überstunden er im "Amt" für den Wittlicher Stadtmarketingverein tätig war. Die fünf Stunden täglich jedenfalls reichten nicht. Auch Einsatz am Wochenende muss sein. Allerdings sollte irgendwann mal Feierabend sein. Deshalb wünscht er sich jetzt manchmal: "Einfach mal in Ruhe ein Bier trinken zu können, ohne als Stadtmarketing-Beauftragter ein offenes Ohr zu haben." Vielleicht klappt das ja beim Altstadtfest am dritten Juni-Wochenende, sollte er nicht als "Mädchen für alles" einspringen müssen. Denn beim Thema Stadtmarketing liegt die Tücke oft im Detail, und das macht Arbeit.Planungen gemeinsam abstimmen

"Es reicht nicht, eine super Idee zu haben", sagt Karsten Mathar. Das ist manchmal auch sein Problem: "Ein wenig ist es so, dass ein Vorschlag: ‚Wir könnten doch‘, letztendlich heißt: ‚Mathar, machen Sie mal.‘" Gemacht hat er mit den vielen Mitaktiven im Stadtmarketingverein, bei der Stadt und einigen Bürgern all die "kleinen" Dinge, die auf lange Sicht wirken sollen. Zum Beispiel: Eine einheitliche Außendarstellung vom Weihnachtsmarkt bis zu den Verkaufsoffenen Sonntagen, Einführung des Einkaufsgutscheins und des freien Parkens an langen Samstagen, die Reaktivierung des Altstadtfestes, ein Kino-Open-Air am Stadtpark im Sommer oder gerade jetzt in Zusammenarbeit mit zwölf Veranstaltern die Wittlicher Kulturtage. Dazu legt er einen Auszug aus dem CIMA-Handbuch vor. Darin steht unter "neue Impulse für die Belebung der Innenstadt": "Hierzu ist es unerlässlich, dass alle relevanten Akteure ihre Planungen gemeinsam abstimmen und verschiedene Highlights über das Jahr verteilt mit einer Vorlaufzeit von einem Jahr planen. Mit dem Stadtmarketingverein Wittlich ist diese Plattform vorhanden." Generell gilt für den Langzeitprozess: Geduld haben: "Wenn eine Idee in einem halben Jahr umgesetzt werden kann, ist das für mich schnell", sagt Mathar und beschreibt den Prozess: "Es ist nicht damit getan, zu jammern. Da gilt es nach vorne zu treten, eine Idee skizziert vorzutragen, auszuarbeiten, umzusetzen." Und dieses System müsste sich nun noch verbessern. Karsten Mathar nennt ein Beispiel: "Es kam die Idee, um die Blumenkübel in der Stadt Bänke zu bauen. Jetzt müsste jemand ein Konzept entwerfen, Angebote einholen. Damit kann ich dann weiter handeln und zur Stadt gehen. Es hat sich gerade am vergangen Montag eine Projektgruppe gebildet, und vielleicht bekommen wir diese Maßnahme jetzt schnellstmöglich umgesetzt. Von der Verwaltung kam bisher noch kein ,Nein'." Wie wichtig die mit der Stelle des Stadtmarketingbeauftragten geschaffene Struktur eines Büros und eines festen Ansprechpartners bei all den ehrenamtlich Tätigen ist, zeigt Mathars vollgepackter Stundenplan. Ob es ihm nicht zuviel Ehre fürs Geld ist? "Man schielt schon mal auf Stellenangebote der Nachbarn", sagt er offen, obwohl er jetzt natürlich froh ist, durch die Vertragsverlängerung erste Früchte der Arbeit miternten zu können: "Wir haben erste Bausteine gelegt. Dieses Jahr wird einiges umgesetzt. Jetzt ohne Stadtmarketingbeauftragten weiterzumachen, das wäre schon interessant geworden." Und damit es interessant bleibt in Wittlich: Neue aktive Mitstreiter sind willkommen: Kontakt-Telefon: 06571/148041.