Mal nicht um Morgen sorgen

Im August feiern viele Dörfer und Städte ihre traditionelle Kirmes, auch Kirchweihfest genannt: Ein Ereignis, an dem kirchliches und weltliches Feiern mit einem feierlichen Gottesdienst verbunden werden.

Kirmes - ein Anziehungspunkt für viele: zum Beispiel an der Mosel die Weinkirmes, auf dem Schönfelderhof die St. Bernhards-Kirmes oder in Wittlich die Säubrennerkirmes. Familien, Verwandte und Freunde treffen sich, um miteinander zu feiern. Schuljahrgänge, wie in Wittlich die Fünfzigjährigen, organisieren Klassentreffen und verbringen die Kirmestage mit ihren Schulerinnerungen. Kirmesfeste sind zu Volksfesten geworden, die auch viele Besucher von nah und fern anlocken. Jahrmarkt, Kirmestreiben und Kirmesrummel laden dazu ein, ausgelassen und fröhlich zu sein: den Alltag einmal hinter sich lassen, das tun, was einfach nur Spaß macht, vom Strom der Menschenmenge mitgerissen werden, sich anstecken und begeistern lassen von dem Kirmestrubel, sich auf dem Karussell drehen und sich den Wind um die Ohren sausen lassen. Oder: über den Kirmesplatz schlendern und wie ein Kind aus vollem Herzen lachen. Das alles sind Momente, die die täglichen Sorgen und Probleme für einige Stunden vergessen lassen. Wir brauchen diese Zeit des Feierns, dieses befreiende Gefühl, um unseren Alltag mit dem täglichem "Kleinkram" bestreiten zu können. Diese Stunden der Heiterkeit geben uns die Kraft, unsere Mitmenschen mit neuen Augen zu sehen. Ich lade uns alle ein, an diesen Tagen, fast schon am Ende der Ferienzeit angelangt, sich den Bibelvers aus dem Matthäus-Evangelium zu Herzen zu nehmen, um dann wieder gestärkt die uns anvertrauten Aufgaben zu erfüllen: "Sorgt euch also nicht um Morgen; denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen". (Mt 6,34). Monika Hartmann, Pastoralreferentin im Dekanat Wittlich