Mal warm, mal kalt

Ein kalter Winter bedeutet noch nicht, dass das Klima insgesamt doch nicht wärmer wird. Wetterbeobachtungen von TV-Leser Hermann Hoffmann in Wittlich-Wengerohr in den vergangenen 30 Jahren zeigen deutliche Schwankungen bei den Temperaturen.

Wittlich-Wengerohr. Der überraschende Kälteeinbruch in den ersten Januartagen dieses Jahres mit Dauerfrost und Kältetagen bis minus 17 Grad beweist, dass Klimaveränderungen langfristig angelegt sind und vieljährige Zeitabschnitte umfassen.

Das zeigt sich auch beim Zahlenvergleich der Eistage, bei denen es den ganzen Tag unter Null Grad ist, von Jahr zu Jahr und bei längeren Zeitabschnitten. Das Jahr 1980 wies 22 Eistage aus.

20 Eistage im Jahr 1983, nur zwei im Jahr 1984



Im folgenden Jahr 1981 waren es nur acht Eistage bei Temperaturen von minus 14 bis minus 17 Grad. Deutlicher war der Unterschied in den Jahren 1983/84 mit dem Gefälle von 20 auf zwei Eistage und in den Jahren 1987/88 von 19 auf einen Tag.

Einen Höchststand wies das Jahr 1991 mit 27 Eistagen aus. Von diesem Jahr an blieben die Zahlen im einstelligen Bereich und erreichten nur in den Jahren 1996, 1997 und 2002 mit zwölf, 15 und elf Eistagen höhere Zahlenwerte. Die Temperaturen der Eistage schwankten im Zeitraum von 1978 bis 2002 zwischen minus elf und minus 20 Grad. Die zahlenmäßige Darstellung der Frosttage mit nächtlichen Minusgraden verlief ähnlich.

Sie wies im Jahr 1982 einen Höchststand mit 128 Tagen aus und fiel ab 1985 in den zweistelligen Bereich. Sie stieg in den Jahren 1990/1991 mit 108 beziehungsweise 122 Frosttagen noch einmal an und weist 1994 nur Zahlen unter 70 aus. Die Kältegrade an den Frosttagen weisen auch Werte bis minus 20 Grad aus.

Im umgekehrten Verhältnis steht der zahlenmäßige Ablauf der Sommer- und heißen Tage in den vergangen drei Jahrzehnten. 27 war die niedrigste Zahl an Sommertagen, bei denen es über 25 Grad ist, in den Jahren 1980, 1984 und 1990. 1992 war das Jahr mit der höchsten Zahl von 62 Sommertagen. Seit 1992 wurden auch keine Maifröste mehr regis triert.

Die Zahl der heißen Tage mit Temperaturen über 30 Grad ist ebenfalls gestiegen. Sie schwankt zwischen drei in den Jahren 1988, 1989, vier in den Jahren 1978, 1979, 1980, Höhepunkte von 28, 31, 33 Tagen in den Jahren 1991, 1994, 1995 und der Höchstzahl 38 im Jahre 2003.

Von riesigen Schneefällen am 26./27. April berichtet ein Vermerk im Jahre 1981. Am Abend des 26. beginnend, schneite es ununterbrochen bis am späten Nachmittag des folgenden Tages. Der Schnee blieb in einer Höhe von 20 Zentimetern liegen und verursachte große Schäden an den Bäumen durch Schneebruch. Im Garten litten Flieder und Johannisbeersträucher besonders. In den Wäldern und an den Straßenrändern wurden besonders Birken und Lärchen beschädigt. Manche Waldstücke waren so zerstört, als hätten Granaten eingeschlagen. Das Wetter ist und bleibt unberechenbar und wird auch in Zukunft für Überraschungen sorgen.

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