Mal zärtlich, mal tragisch

TRABEN-TRARBACH. (mü) Im Rahmen der Moselfestwochen fand im Trarbacher Weingut Melsheimer ein Jazzkonzert unter dem Motto "Balkan meets Jazz" mit der Gruppe "Hora Colora" statt. Die Künstler ernteten geteilte Reaktionenn im Publikum.

Im Garten des Weingutes Melsheimer liegt der Duft von Rosen, Salbei und Lavendel, durch diesen gelangt man in den Wintergarten des Trarbacher Weingutes. Im Raum stehen alte Möbel, Klavier und ein Holzofen, Kerzen verbreiten eine heimelige Atmosphäre, und "Balkan meets Jazz" verspricht ein vielseitiges und interessantes Programm. Die Musik kommt mal gefühlvoll, mal getragen daher, schnelle und langsame Stücke wechseln sich ab. Die Musiker singen rumänisch, jugoslawisch oder bulgarisch, aber es sind immer Lieder aus dem slawischen Raum. Die Lieder handeln von der unerfüllten Sehnsucht zweier Menschen oder der unerfüllten Liebe. Aber auch Lieder von der Heimat. "Es ist schön, wenn man in der Ferne die Sterne anschaut und feststellt, dass diese in der Heimat genau so leuchten", erzählt Frontfrau Anti von Klewitz.Für einige Zuhörer etwas zu monoton

Musikalisch wird "Hora Colora" von dem Weimarer Gitarristen Andreas Brunn und dem Bassisten Klaus Axenkopf geprägt, gemeinsam mit der in Kroatien aufgewachsenen Anti von Klewitz verfügt das Trio über musikalische Originale. Die Band erhielt 1996 den Deutschen Folkförderpreises. Ihr Spiel mit der Violine und der Gesang ihrer herben Stimme lassen kaum einen Zuhörer unberührt. Egal in welcher Art. Etwas monoton und eintönig wirken die drei, aber vielleicht ist die Folklore des Balkans so. Wolfgang Stammnitz aus Lötzbeuren ist von den Moselfestwochen anderes gewohnt. "Ich finde diese Vorstellung sehr dürftig", meint er und verlässt wie einige andere Gäste die Veranstaltung zur Pause. Dagegen gibt es Zuhörer, die zu dieser Zeit die Musiker mit anhaltendem Applaus bedenken. Eine interessante Weinauswahl und ein kleines aber feines Speisenangebot machen Lust auf einen geselligen Abend. Die Zuhörer essen, trinken, rauchen und unterhalten sich, während das Ensemble spielt. Die Musiker stört das nicht weiter - im Gegenteil. "Essen stellt normalerweise Ablenkung dar", meint Andreas Brunn, "aber hier haben die Leute auch bei unseren Soli geklatscht."