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Mal zu viel Verkehr - und mal viel zu wenig: Gonzerather Hauptstraße wird saniert

Mal zu viel Verkehr - und mal viel zu wenig: Gonzerather Hauptstraße wird saniert

Keine leichte Situation für die Gonzerather Geschäftswelt: Weil die Hauptstraße saniert wird, fehlt der normale Durchgangsverkehr für mehr als ein Jahr. Die Betriebsinhaber hoffen auf die Treue der Stammkunden, die den Ort erreichen können, weil abschnittsweise gebaut wird.

Erst fließt wochenlang und zum wiederholten Mal der gesamte Verkehr der stark befahrenen Hunsrückhöhenstraße durch den Ort, nun wird in Gonzerath selbst gebaut - je nach Witterung bis Ende 2017. Alex Mettler, Besitzer der gleichnamigen Metzgerei im Ortskern, drückt es so aus: "Als der gesamte Verkehr durch die Baustelle am Kreisel an der Hunsrückhöhenstraße durch Gonzerath umgeleitet wurde, war es für die Anlieger direkt an der Straße eine schwierige Zeit. Der Verkehr war so stark, dass man Angst hatte, die Straße zu überqueren. Nachts wurde man des Öfteren wach. Der Boden bebte, weil manche Lastwagen wie geisteskrank durch den Ort fuhren."

Das hat sich geändert. "Man kann nachts wieder gut schlafen und entspannter die Straße überqueren", sagt der Geschäftsmann. Doch glücklich macht ihn das auch nicht. "Seit die Sanierung der Ortsdurchfahrt begonnen hat, ist das Dorf wie ausgestorben", sagt Mettler.

Kunden aus umliegenden Orten könnten Gonzerath nur noch schwer erreichen. "Für die Gewerbetreibenden in Gonzerath wird es eine schwierige Zeit. Da ist Durchhalten angesagt." Mettler baut auf die treuen Stammkunden.
Auf der anderen Straßenseite steht seit 1871 ein Traditionsbetrieb - das Hotel zur Post (30 Betten, Ferienwohnung, Restaurant). "Der normale Durchgangsbetrieb fehlt", sagt Besitzer Hans-Peter Schimper. Also die Leute, die im Vorbeifahren aufmerksam werden, etwas essen oder einen Kaffee trinken.

Die Post wirbt stark um Motorradfahrer. Die seien normalerweise in großer Zahl unterwegs und auch in seinem Betrieb. Ob das so bleibe, sei offen. "Wir haben uns auf die Zeit eingestellt", sagt Schimper. Widerstand gebe es gegen die Arbeiten nicht. "Hinterher ist es ja schöner, und der ganz Ort profitiert davon", sagt er. Er werde auf seiner Homepage auf die Situation aufmerksam machen, sagt er.

Ortsvorsteher Dietmar Thömmes weiß natürlich um diese Sorgen. Er versichert, dass alle Betriebe während der gesamten Bauzeit weiter erreicht werden können. Denn die Straße und der Kanal werden abschnittsweise saniert. Begonnen haben die Arbeiten Ende Juli am Ortseingang aus Richtung Morbach und enden derzeit etwa unterhalb des Sportplatzes.

Der weitaus größte Teil des zweitgrößten Ortes der Einheitsgemeinde Morbach ist also befahrbar - allerdings nur vom Kreisel am Blockhaus. Dort sind auf Schildern auch die Betriebe aufgelistet, die weiterhin zu erreichen sind.Wetter spielt eine Rolle


Der Zustand der 1,2 Kilometer langen Gonzerather Hauptstraße sei sehr schlecht, sagt Thömmes. Weil sie nicht sehr breit sei, könne nur unter Vollsperrung gearbeitet werden. Er ist nach einem Gespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) allerdings optimistisch, dass die Arbeiten nicht bis Jahresende 2017 dauern wie geplant. Das hänge aber auch vom Wetter ab.

Thömmes hat natürlich auch mit Bürgern gesprochen. Den einzigen Widerstand habe er von Leuten gehört, die mit dem Auto einem Umweg fahren müssten, wenn sie nach Morbach fahren. "Das sind sechs Kilometer mehr, zehn bis zwölf Minuten", relativiert er.
Saniert wird, an beiden Ortseinfahrten, auch ein Teil der B 269. Die Straßenarbeiten kosten den Bund etwa 1,1 Millionen Euro.

Die Einheitsgemeinde zahlt etwa 800 000 Euro - unter anderem für die Erneuerung der Gehwege und die Neugestaltung weiterer Straßen im Ort. Die Gemeindewerke Morbach investieren etwa 650 000 Euro in eine neue Wasserleitung und Teile des Kanals.