Malborner wollen den Nationalpark nicht

Malborner wollen den Nationalpark nicht

Malborn ist der erste Ort der Verbandsgemeinde Thalfang, der möglicherweise von einem Nationalpark betroffen ist und sich gegen das Projekt ausgesprochen hat. Von den drei anderen eventuell betroffenen Orten haben sich Hilscheid und Thalfang im Vorfeld kritisch-offen für den Park gezeigt.

Malborn. Die Abstimmung im Malborner Gemeinderat brachte ein klares Ergebnis: Neun Ratsmitglieder stimmten laut Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr gegen einen Nationalpark, sie selbst stimmte dafür. Ein Ratsmitglied enthielt sich.

Das Nein: Das ist ein deutliches Nein - und das, obwohl Harald Egidis, Koordinator des Projekts Nationalpark aus dem Umweltministerium, versucht hatte, die Bedenken aus der Welt zu schaffen (siehe Extra).
Malborn ist mit seinen rund 1335 Einwohnern der zweitgrößte Ort der Verbandsgemeinde Thalfang. Er wäre nach derzeitiger Planung mit mindestens 200 Hektar Staatswald an dem immer wahrscheinlicher werdenden Nationalpark Hochwald/Idarwald beteiligt gewesen.

Gründe für die Ablehnung: Warum das Nein? Die Ortschefin sagt: "Das Ergebnis war nicht überraschend, es hat sich bereits abgezeichnet, dass Rat und Bürger mehrheitlich dagegen sind." Die Gründe seien in der Sitzung nicht mehr ausdrücklich Thema gewesen, generell würden die üblichen Vorbehalte genannt.
Dazu gehörten Befürchtungen, dass nicht mehr genügend Brennholz für die Bürger vorhanden sei und dass verstärkt Wild in der Nachbarschaft, also im Malborner Gemeindewald, auftauche und Schäden anrichten würde. Des Weiteren bestünden Bedenken, dass Borkenkäfer sich breitmachten und Windräder in der Nachbarschaft nicht gebaut werden dürften. Ratsmitglied Berthold Lang bestätigt diese Bedenken und meint: "Es gibt keine vernünftigen Informationen zum Nationalpark." Ihm fehlen klare Ansagen, beispielsweise zur Windkraft, die Malborn mit mindestens sechs Rädern nutzen will. Zwar habe Egidis versichert, dass Windräder direkt neben dem Nationalpark stehen dürften, sagte Lang. Doch forderten die Bürgerarbeitskreise, 3000 Meter Abstand zu halten. Lang: "Egidis ist kein Politiker. Die entscheiden eventuell anders als er." So weit der Malborner Gemeinderat.

Meinung der Ortschefin: Die Ortsbürgermeisterin hält das kategorische Nein ihres Rats für einen großen Fehler. Auch sie hätte gerne mehr gewusst über die Vorstellungen des Landes zur Gebietskulisse und den Regeln im Park. Sie hätte erst mit diesem Wissen eine endgültige Entscheidung gefällt.
Wie es weitergeht: Die drei weiteren Dörfer der VG, die von einem Nationalpark betroffen sein könnten, also Thalfang, Hilscheid und Deuselbach, sind nun aufgerufen, sich zum Eckpunkte-Papier zu positionieren, das in Arbeitskreisen in der Region Hochwald/Idarwald erarbeitet wurde (der TV berichtete) und in Malborn zwar verteilt, aber nicht thematisiert wurde.
In dem Papier wird beispielsweise gefordert, dass es nicht an Brennholz mangeln darf und dass bestehende Einrichtungen wie das Hunsrückhaus für den Park genutzt werden. Anschließend bezieht der Verbandsgemeinderat Stellung. Er hat in der Vergangenheit bereits Interesse am Park bekundet. Die Räte Hilscheid und Thalfang haben sich dafür ausgesprochen, kritisch-offen über den Nationalpark zu reden. Bis zur Sommerpause will das Land seine konkreten Vorschläge vorlegen.

Extra

Zum Thema Windräder neben dem Nationalpark heißt es von Seiten des Umweltministeriums: Wenn keine anderen Einschränkungen vorlägen, könnten diese bis an die Grenze des Parks errichtet werden. Forderungen, dass die Räder mit Abstand gebaut werden sollten, habe es zwar gegeben, doch lägen diese noch nicht einmal schriftlich vor. Zur Furcht der Malborner vor Borkenkäfern heißt es, diese sei unbegründet. In einer Übergangszeit von 30 Jahren könnten Eingriffe zum Schutz der benachbarten Wälder unternommen werden. Auch Wildtiermanagement werde betrieben, um eine Beeinträchtigung der Parkumgebung zu verhindern. mai

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