Maler aus Leidenschaft

Dem 80-jährigen Laufelder Peter Weber ist das Malen seit seiner Jugend wichtig, es half ihm über vieles hinweg. Doch für ein Kunststudium hat das Geld in Kriegszeiten nicht gereicht. Weber absolvierte eine Lehre als Anstreicher.

Laufeld. Immer schon habe er gemalt, sagt Peter Weber, der vor kurzem 80 Jahre alt geworden ist. Sein erstes Motiv waren Flieger am Himmel, die ihn faszinierten - es war Krieg und Peter Weber 15 Jahre alt. Nach der Volksschule ging er bei seinem Patenonkel Peter "Pitter" Eull als Anstreicher in die Lehre - Hauptsache, Pinsel und Farben waren im Spiel.

1947 sah ein Kunstprofessor aus München, der die Laufelder Pfarrkirche ausmalte, Bilder von "Umbachs Pitchen", erkannte sofort dessen außergewöhnliches Talent und wollte ihn mit zum Kunststudium nehmen. Doch das war in diesen schweren Zeiten unmöglich - wer hätte die Kosten tragen sollen?

In jeder freien Minute malte Peter Weber, und wenn sein Onkel und Lehrherr ihn dabei erwischte, schimpfte er und sagte: "Lass den Unsinn und mach was Richtiges!" 1948 machte sich Peter Weber mit mulmigem Gefühl im Magen und zwei Ölgemälden unterm Arm auf nach Trier zur Werkkunstschule und wurde prompt zur Handwerksausstellung zugelassen.

Da staunte Onkel Pitter nicht schlecht, als er hörte, dass diese Werke mit einem Wert von 600 Mark angesetzt wurden - schließlich übertraf das bei weitem das Lehrgeld für drei Jahre. Peter Weber wurde später selbstständiger Malermeister und war ab 1983 Ortsbürgermeister. 1988 erkrankte er schwer, musste Beruf und Amt aufgeben. Sein Sohn Reinhold übernahm den Betrieb. "Die Malerei hat mir über vieles hinweg geholfen und Kraft und Mut für die ungewisse Zukunft gegeben", sagt Peter Weber heute.

Nachdem er seinen Beruf aufgegeben hatte, gab er Kurse in Bauern- und Seidenmalerei und hatte im Laufe der Jahre etliche Ausstellungen. Steht man heute in seiner Galerie, könnte man glauben, dass es mehrere Künstler waren, die diese faszinierenden Bilder gemalt haben, so unterschiedlich und vielschichtig ist sein imposantes Werk. Am liebsten malt er in Aquarell und Öl die grandiosen Landschaften von Eifel und Mosel. Der ein oder andere alte Meister, wie Spitzweg oder Monet, hängt in seinen Privaträumen - natürlich vom Hausherrn selbst kopiert. Peter Weber und seine Ehefrau Gerlinde haben drei Kinder und sechs Enkel, wovon seine Tochter Daniela Pesch das künstlerische Erbe ihres Vaters antrat.

Peter Weber empfängt Besucher in seiner Galerie in der Keltenstraße 9 in Laufeld, Informationen unter Telefon 06572/4425.