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Malteser freuen sich über grünen Hunsrück

Malteser freuen sich über grünen Hunsrück

Eine Delegation aus der maltesischen Stadt Mgarr hat Morbach besucht, weil die Malteser freundschaftliche Beziehungen zur Einheitsgemeinde aufnehmen wollen. Der SV Morbach will die Jugendmannschaft aus Mgarr zu einem Turnier einladen, und auch die IGS lotet die Möglichkeit einer Kooperation aus.

Morbach. Wird die Einheitsgemeinde Morbach eine weitere Städtepartnerschaft eingehen? Bisher bestehen Partnerschaften mit Pont-sur-Yonne in Frankreich und mit Geraberg in Thüringen.
Sonne, Strand, Meer


Doch jetzt hat der Hundheimer R.O. Schabbach eine weitere Partnerschaft mit Mgarr auf Malta angeregt. Schabbach reist infolge seiner künstlerischen Tätigkeit seit 15 Jahren regelmäßig nach Malta. "Malta hat einiges, was der Hunsrück nicht hat, aber auch viele Gemeinsamkeiten", sagt er. Die Mittelmeerinsel hat Sonne, Strand und Meer sowie eine andere Geschichte. Morbach hat grüne Natur und Wald, das ergänze sich, sagt Schabbach. Gemeinsamkeiten gibt es im kulturellen Bereich und im Vereinsleben.
Städtepartnerschaften haben in Malta eine große Tradition, sagt Paul Vella, Bürgermeister von Mgarr. Er hat jetzt an der Spitze einer kleinen Delegation auf Initiative von Schabbach erstmals die Einheitsgemeinde besucht. Seine Gemeinde hat bereits Verbindungen nach Italien, Wales, Polen und Griechenland. Ein Nachbarort ist bereits 1996 eine Partnerschaft mit Adenau in der Eifel eingegangen.
Die sechsköpfige Delegation hat sich während ihres zweitägigen Aufenthaltes ein positives Bild von der Einheitsgemeinde und ihrer Umgebung gemacht. "Diese großen Ausmaße, diese Dimensionen haben wir auf unserer Insel nicht", sagt Vella.
Er will mit der Partnerschaft den Austausch von Erfahrungen fördern, das Verständnis für andere Kulturen wecken und dazu beitragen, dass sich beide Länder besser kennenlernen. Der Morbacher Ortsvorsteher Georg Schuh ist ein Fan von Partnerschaften. Er will die Jugend-Fußballmannschaft von Mgarr zum internationalen A-Jugend-Turnier 2014 des SV Morbach einladen. Auch Stefan Philippi, Schulleiter der Morbacher integrierten Gesamtschule (IGS), steht einer Verbindung nach Malta positiv gegenüber. "Das hilft den Schülern, ihren Horizont weit über den Hunsrück hinaus zu erweitern", sagt er. Zudem sei es schwer, Schulen in englischsprachigen Ländern zu einer Partnerschaft zu bewegen. Auch das spreche für eine Zusammenarbeit mit einer Schule auf Malta. Jedoch sei man erst am Beginn einer möglichen Kooperation.
Zusammenarbeit beobachten


Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal freut sich ebenfalls über persönliche Beziehungen und einen Austausch mit Mgarr: "Wir stehen der Initiative positiv gegenüber." Jedoch müsse eine Partnerschaft aus den Reihen der Bevölkerung wachsen: "Wir sollten über einen längeren Zeitraum beobachten, ob sich dabei etwas Tiefergehendes entwickelt."Extra

Die etwa 3100 Einwohner zählende Kleinstadt Mgarr liegt im Nordwesten der Mittelmeerinsel Malta und hat eine Fläche von etwa 16 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Die Einheitsgemeinde Morbach ist 122, die Gemarkung des Ortsteils Morbach 18 Quadratkilometer groß. Mgarr ist ländlich geprägt. Viele Einwohner sind Bauern im Haupt- oder Nebenerwerb. Mgarr verfügt über Badebuchten, einen Strand und einen Hafen. Bei Mgarr befinden sich bedeutende Ausgrabungsstätten. Zwei Tempel, von denen jeweils noch einige Reste erhalten sind, sind vor etwa 5000 Jahren errichtet worden. Sie gehören zu den megalithischen Tempeln von Malta und damit zum Unesco Weltkulturerbe. cst