Manderscheid brennt fürs Mittelalter

Manderscheid brennt fürs Mittelalter

Es geht um Leben und Tod. Zumindest im Spiel. Schauplatz: das historische Burgenfest, das am 27. und 28. August in Manderscheid gefeiert wird.

Manderscheid. Sie heißen Severin & Ludovico, Thelonius und Spectaculatius - und sie kommen, um die Niederburg zum Leben zu erwecken. Ein Leben, das im Mittelalter nicht immer so bunt und vergnüglich war. Aber wer will schon an die schlechten Seiten denken, wenn es etwas zu feiern gibt: das Burgenfest in Manderscheid.
Der Startschuss fällt am Samstag, 27. August, um 11 Uhr. Dann stürmen Räuber, Ritter, Gaukler und Spielleute die Niederburg. Zuschauer sollen reichlicher erscheinen als im vorigen Jahr, als wegen des schlechten Wetters 14 000 statt der erwarteten 20 000 Gäste zusahen. In diesem Jahr bieten Spielleute Musik aus 1001 Jahren dar, Dichter zitieren auf der Marktbühne ihre Poesie, Akrobaten verbiegen sich für das Publikum, und Narren nehmen das Volk auf die Schippe. In Burgbergring und Palas erwarten die Besucher Barden und Erzähler sowie der Zauber des Harfenspiels, auf dem Handwerkermarkt erklingen Leier, Pfeifen und Gesang.
Heiß her geht es auf dem Turnierplatz. Die Böhmischen Brüder liefern sich Fechtkämpfe, die Löwenritter treiben mutige Spiele mit Bogen und Lanze, und ein Falkner demonstriert die Kunst der Beizjagd. Abwechselnd treten die Akteure samstags von 11 bis etwa 23 Uhr und sonntags von 11 bis 21 Uhr auf. Zum ersten Mal dabei sind Severin & Ludovico mit dem Rad des Leonardo da Vinci (unter anderem Samstag 13.30, 16 und 17.30 Uhr, Sonntag 13.30 und 15.30 Uhr). "Wir wollen dem Publikum schließlich jedes Jahr etwas Neues bieten", sagt Martha Hubertz von der Manderscheider Verbandsgemeinde-Verwaltung.
Seifensieder, Schneider, Töpfer, Blumenbinder und Gerber zeigen zudem auf dem Handwerkermarkt auf der Ebene des Eingangs zur Burg, welche Kniffe die Leute vom Fach im Mittelalter beherrschten. Wie es sich auch jenseits der Arbeit lebte, sehen die Besucher in den Lagern der Manderscheider, der Löwenritter und der Tomburg Ritter. Kinder können sich zudem in Geschicklichkeitsspielen üben. Seine leuchtenden Höhepunkte erreicht das Burgenfest beim Feuerwerk "Niederburg in Flammen" am Samstag und beim Großen Zapfenstreich am Sonntag. Dann werden der Musikverein Manderscheid und der Spielmannszug Blau-Weiß Ulmen auf der Marktbühne Einzug halten, begleitet von der Alterskameradschaft der Freiwilligen Feuerwehr, während aktive Feuerwehrleute mit Pechfackeln die Burgzinnen beleuchten.
Bis es so weit ist, herrscht nicht nur bei der Stadt als Veranstalter Betriebsamkeit, sondern auch bei den Übernachtungsbetrieben. "Wir haben viele Anfragen von Gästen, die den Besuch beim Burgenfest mit einem Kurzurlaub hier verbinden", berichtet Hubertz. uq
Der Einzug der Spielleute und die zeremonielle Festeröffnung beginnen am Samstag um 12 Uhr auf der Marktbühne. Gleichzeitig startet das Turnier der Kinder im Palas, ebenso um 14 und 16 Uhr sowie am Sonntag um 12 und 16 Uhr. Das große Turnier mit den Löwenrittern beginnt am Samstag um 14.30 und sonntags um 14 Uhr auf dem Turnierplatz. Das Nachtturnier startet am Samstag um 21 Uhr, das Abendturnier am Sonntag um 18 Uhr. Nach dem sinnlichen Reigen der Gaukler und Spielleute ab 20 Uhr fällt am Samstag um 22 Uhr der Startschuss für das Feuerspektakel mit den Gauklern und das große Feuerwerk, das ins musikalische Nachtgelage übergeht. Der Sonntag endet mit der Abendserenade mit den Spielleut Cantoris und den Heidweilers, auf die der Große Zapfenstreich folgt. Kinder bis elf Jahre zahlen keinen Eintritt. Zwölf- bis 17-Jährige zahlen vier, Erwachsene acht, Gewandete fünf Euro. uq

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