Manderscheider Burgenfest begeistert Jung und Alt.

Kostenpflichtiger Inhalt: Mittelalter : Burgenfest Manderscheid - Ein böser Erzbischof und jede Menge Waffeln

Die Organisatoren des Burgenfestes in Manderscheid setzen bei ihrem Konzept auf Altbewährtes und neue Akzente. Etwa 15000 Besucher kommen in diesem Jahr zu dem Spektakel, das über die Region hinaus bekannt ist. 

Von Christina Bents

Die Stimmung ist gut an der Holzhütte, in der an den Burgenfesttagen in Manderscheid 85 Personen Dienst machen. Die neue Generation der Frauengruppe kümmert sich dort um Waffeln, Kuchen, Griebenschmalzbrote und Brezeln. An den historischen Waffeleisen kann man bei Temperaturen um die 30 Grad ganz schön ins Schwitzen kommen, denn das offene Feuer, auf dem die Waffeln in gebacken werden, heizt zusätzlich ein.

300 Kilogramm Waffelteig wird in den zwei Tagen des Burgenfestes gebacken, 30 Pfund Kaffee gekocht, 600 Brezeln verzehrt, 60 Kuchen gegessen und drei Kilo Schmalz auf Broten verteilt. Katrin Durchdewald, Helferin am Stand sagt: „Trotz der vielen Arbeit ist die Stimmung hier bei uns in der Hütte immer gut. Wir verstehen uns und jeder weiß was er zu tun hat. Wenn gutes Wetter ist und viele Besucher da sind, macht es noch mehr Spaß hier mit an zu packen.“

Burgenfest in Manderscheid 2019

Insgesamt sind es etwa 250 Helfer, die dafür sorgen, dass das Fest rund läuft und es den Gästen an nichts fehlt. Etwa 60 bis 70 Prozent davon sind Manderscheider.

Einer der Weißkopfseeadler, die auf dem Burgenfest zu sehen waren. Foto: Christina Bents

Dieser Einsatz und die Erfahrung aus den vergangenen 34 Jahren zahlen sich aus. Die großen und kleinen Besucher bekommen viel zu sehen und können in die mittelalterliche Welt eintauchen. Auf der Niederburg wird man mit mittelalterlicher Musik empfangen, die Stände mit Käse, Musikinstrumenten, Tongefäßen, Magierbedarf, alten Schriften, Ritterspielzeug, Feuersteinen, Schmuck und Gewändern sind sehr abwechslungsreich und passend zum Fest. Auf der Turnierwiese unterhalten Gaukler die Besucher, man kann dabei zusehen, wie Kettenhemden gefertigt und Körbe geflochten werden und Stelzenkünstler zeigen ihr Können.

Die Höhepunkte des Festes sind aber in jedem Jahr die Ritterturniere, bei denen Ritter Martin von Manderscheid die Hauptrolle einnimmt. In diesem Jahr wurde der zweite Teil der Triologie „Die Rache des Erzbischofs“ gezeigt, bei dem einer der Seeadler eine Botenrolle übernahm. Mit Schwertkämpfen, Lanzen zu Pferd, Strohsäcken, mit denen man den Feind vom Pferd schlagen wollte und einem Erzbischof, der sich von „Gottes Gnaden“ sah und dem Volk immer wieder ein abfälliges „Halt´s Maul“ zuwarf, war es ein sehr unterhaltsames Ritterspiel, an dem Erwachsene und Kinder ihren Spaß hatten. Peter Zenner, der mit seinem Sohn und Enkel unterwegs war meinte: „Es war sehr authentisch und spannend, da war nichts aufgesetzt oder kitschig, sondern da war richtig was dahinter.“ In diesem Jahr haben auch etwa 15 Manderscheider beim Ritterturnier mitgemacht, einige kleinere Mädchen waren als Zofen unterwegs, andere waren im Gefolge des Grafen Martin von Manderscheid dabei. Im nächsten Jahr wird sich dann zeigen, ob Martin seine Schwester die Comtesse Angnes von Manderscheid aus den Klauen des Erzbischofs befreien kann.

Martin von Manderscheid im Duell mit Kuno von Vieth, der mit unfairen Mitteln spielt. Foto: Christina Bents

Neben vielen Familien aus der Region waren Gäste aus Nordrhein-Westfalen und den Nachbarländern da. Viele amerikanische Besucher waren zu Gast, denen man die Orientierung mit Schildern auf Englisch erleichtert hat.

Die Comtesse Angnes von Manderscheid spielte eine wichtige Rolle im diesjährigen zweiten Teil der Triologie des Spiels rund um das Ritterturnier. Foto: Christina Bents

Die Organisation hat insgesamt sehr gut funktioniert. Es waren ausreichend Parklätze vorhanden, die Feuerwehr hat für die Einweisung der Fahrzeuge gesorgt und die Shuttlebusse fuhren in regelmäßigen Abständen direkt vor die Burg. Die L16 war gesperrt und so blieb ein Verkehrschaos vor der Burg aus. Sigrun Neumann, Burgenverein berichtet: „Das Wetter spielt mit. Es war gleich morgens schon viel los und ist durchgängig so geblieben. Rund 15000 Besucher waren da. Wir sind sehr zufrieden.“

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