Manderscheider Stadrat einstimmig für Seniorenheim

Manderscheider Stadrat einstimmig für Seniorenheim

Die erste Hürde ist genommen. Der Stadtrat Manderscheid hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass im Ort ein neues Alten- und Pflegeheim mit Platz für bis zu 80 Menschen gebaut werden kann. Nun muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Manderscheid. Dem ein oder anderen der und 50 Besucher der jüngsten Stadtratssitzung in Manderscheid ist es anzusehen: "Da würde ich auch gerne wohnen", hat mehr als einer der Interessierten gedacht. Was dieses "da" ist, lässt sich nur unvollständig in Begriffen wie Altenheim oder betreutes Wohnen fassen. Denn der x-förmige Bau hat mehr als nur eine Funktion. Er besteht aus zwei Bereichen.
In der unteren Etage will der Saarländische Schwesternverband (siehe Extra) eine Pflegeeinrichtung betreiben. Dort können nach Worten von Johannes Manns vom Schwesternverband bis zu 45 Menschen leben, die aufgrund von Alter und Krankheit medizinisch betreut werden müssen. Solche Einrichtungen kennen wohl alle Zuhörer, die bei der Stadtratsitzung ihre Fragen zum Vorhaben stellen können.
Wohl eher unbekannt ist das, was in der oberen Etage eingerichtet werden soll: 28 Wohneinheiten mit jeweils rund 70 Quadratmetern Wohnfläche. Die werden als Eigentumswohnungen an Menschen verkauft, die in Manderscheid ihren Altersruhesitz nehmen möchten. "Auch an junge Leute, die das als Kapitalanlage sehen", wie Investor Erwin Homes sagt. Auf rund 160 000 Euro beziffert der Bitburger den Preis für eine der Einheiten, die barrierefrei sind. Bei bedarf können Bewohner dann auf Dienstleistungen des Heims zurückgreifen in der unteren Etage: Seien es Mahlzeiten, die Reinigung der Wohnung oder die Wäscherei. Sind alle Wohnungen sowie das Pflegeheim belegt, wohnen bis zu 80 Menschen in dem Haus, das bisher nur als Plan vorliegt (der TV berichtete). Manns schätzt, dass allein im pflegerischen Bereich bis zu 45 Vollzeitstellen geschaffen werden. Ebenfalls auf dem Gelände soll ein Arzt seine Praxis eröffnen. Es gebe Kontakt zu einem jungen Mediziner, sagt Stadtbürgermeister Günter Krämer.
Dass die Idee umgesetzt wird, können sich viele Anwesende vorstellen. Jenseits der noch zu klärenden Verkehrserschließung gibt es vonseiten der Bürger an diesem Abend eher Verständnis statt kritischer Fragen. Da fällt es den Stadträten um so leichter, mit ihrem Ja das Bebauungsplanverfahren zu eröffnen, an dessen Ende auf der Streuobstwiese im Bereich "An Luziakirch" eine Heimstatt für ältere Menschen stehen könnte. har
Der Saarländische Schwesternverband wurde 1958 am Evangelischen Fliedner-Krankenhaus im saarländischen Neunkirchen als Schulträger gegründet, um dringend benötigte Krankenschwestern auszubilden. Er hat sich nach eigener Darstellung in 53 Jahren in ein modernes sozialwirtschaftliches Unternehmen gewandelt, das an 17 Standorten in vier Bundesländern mehr als 2400 Plätze in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen vorhält. Rund 2000 Menschen sind beim Verband beschäftigt. Unter anderem ist der Schwesternverband Träger von Einrichtungen in Bitburg (156 Plätze) und Irrel (48 Plätze). Derzeit im Bau ist eine Einrichtung in Schönecken (39 Plätze). har