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Manitu lässt alle im Regen stehen

Manitu lässt alle im Regen stehen

Indianergott Manitu war nicht eben milde gestimmt: Die Premiere der Karl-May-Festspiele 2014 fand größtenteils im strömenden Regen statt. Dabei hätten die Akteure für den "Der Schatz im Silbersee" gutes Wetter verdient, zumal das 25-jährige Bestehen der Freilichtbühne Mörschied gefeiert wurde.

Mörschied. Alles hatte so schön angefangen: Während der ersten Hälfte der Aufführung fielen nur vereinzelt ein paar Tropfen, erst kurz vor der Pause fing es dann an, zu gießen. Die Zuschauer auf den Rängen ließen sich jedoch nicht abschrecken und trotzten dem schlechten Wetter mit Regenjacken und dampfenden Kaffeebechern bis zum Ende der Vorstellung - im Wilden Westen ist schließlich kein Platz für Weicheier. Und das Durchhalten lohnte sich: Das Ensemble aus Laiendarstellern lieferte eine großartige Vorstellung, der es an nichts fehlte. Dramatische Szenen, Wild-West-Romantik, Schießereien und Explosionen, packende Zweikämpfe, edle Pferde und eine gute Prise Humor - Regisseur Arnd Limpinsel und sein Team wissen, was ihre Zuschauer lieben.
Zum Inhalt: Im Silbersee, der in den Jagdgründen der Utahs liegt, befindet sich ein wertvoller Schatz, auf den es eine Banditenbande unter der Führung von Cornel Brinkley (Marcel Gillmann) abgesehen hat. Die Verbrecher haben mit einem Überfall auf das Lager der Utah bereits für die ersten Toten gesorgt und schrecken auch vor weiteren Morden nicht zurück. Und so gibt es auch schon gleich den nächsten Toten zu vermelden: Beim Überfall auf eine Postkutsche (eigens gebaut für die Jubiläumssaison und zu Recht der ganze Stolz des Teams) erschießen die Banditen den Museumsangestellten Eric Engel (Arndt Limpinsel), der die Hälfte eines Planes, der zum Schatz führt, besitzt. Engels Sohn Fred (Jan-Christian Ries) macht sich auf die Suche nach den Mördern seines Vaters und nach der zweiten Hälfte der Schatzkarte.
Unterstützt wird der Westmann hierbei von keinen Geringeren als Apachenhäuptling Winnetou (Eric Nisius) und dessen weißem Bruder Old Shatterhand (Hans-Joachim Klein), deren Erscheinen zu den berühmten Klängen der Winnetou-Filmmusik mit begeisterten Rufen aus dem Publikum quittiert wurde. Auf ihrer Mission müssen die Westmänner das Gebiet der Utahs durchqueren, was zu Kriegserklärungen und wilden Kämpfen führt. Doch am Ende siegt das Gute und sowohl der Schatz als auch der fiese Cornel versinken auf immer in den unendlichen Tiefen des täuschend echt anmutenden Silbersees.
Aufgrund des starken Regens fielen einige der Schlussexplosionen ins Wasser, doch spätestens beim traditionellen Feuerwerk konnten die Pyrotechniker Bruno und Marie Dolibois erneut die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen. "Als wir 1990 mit den Festspielen anfingen, hätte wirklich keiner von uns gedacht, dass wir einmal 25-jähriges Bestehen feiern würden", freut sich Arnd Limpinsel, Regisseur und Initiator der Spiele. "Das ist ein ganz großer Erfolg." Er will auf jeden Fall weitermachen: "Die nächsten 25 Jahre können kommen."
Die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht, denn die Gäste bekommen nicht genug von den Abenteuern im Wilden Westen, was schon allein die vielen Kartenvorbestellungen beweisen. Vorstellungen gibt es noch an fünf weiteren Wochenenden bis zum 3. August. red
Karten sind im Internet unter www.karl-may-moerschied.de oder unter der Tickethotline 0651/9790777 erhältlich. An Sonntagen gibt es die Möglichkeit, zusätzlich Bühnenführungen zu buchen.