Mann der leisen Töne geht

Er ist einer der dienstältesten Direktoren in der Region Trier und genießt ab Mittwoch die Freuden der passiven Phase der Altersteilzeit. Paul Lütticken beendet am heutigen Dienstag seine aktive Laufbahn als Pädagoge. Für sein Engagement bedankten sich Schüler, Kollegen und andere Wegbegleiter.

Wittlich. Wer Paul Lütticken kennengelernt hat, weiß, dass dieser ein besonnener Mann ist, der eher die leisen Töne mag. Der jedoch bestimmt für eine Sache eintritt, wenn sie ihm wichtig erscheint. Dieses Resümee lässt sich nicht zuletzt aus den zahlreichen Reden bei der Verabschiedung Lüttickens im Atrium des Cusanus-Gymnasiusms ziehen. Diesen Eindruck können sicher auch mehrere Tausend Schüler bestätigen, die Paul Lütticken als Pädagogen und als Direktor in den vergangenen rund 34 Jahren erlebt haben.
Bewerbung bei der Konkurrenz


Gut 17 Jahre dieser Zeit arbeitete und wirkte Paul Lütticken als Chef des Cusanus-Gymnasiums - und darüber hinaus. Peter Epp von der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier spricht in der Feierstunde gar davon, dass Ende Januar "eine Ära zu Ende geht." Am heutigen Dienstag ist schließlich Lüttickens letzter offizieller Arbeitstag. Ab 1. Februar übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Meyer die Leitung der Schule (der TV berichtete).
Womit ein Direktor heute zu kämpfen hat, berichtetet Heribert Steinmetz, Schulleiter des Sankt-Matthias-Gymnasiums Gerolstein, als Sprecher der Oberstudiendirektoren im Schulaufsichtsbezirk Trier: "Was nutzt mir die Lehrkraftarbeitszeitverordnung, wenn ich keine Lehrkräfte habe, um sie anzuwenden?", fragt er.
Dem im Rahmen der Feierstunde so oft gelobten Direktor ist in seiner Dankesrede sichtlich anzumerken, dass seine Vorredner recht haben. Er bevorzugt die leiseren Töne. Lütticken spricht davon, wie er vor rund 18 Jahren überlegt habe, sich auf die Stelle des Direktors im anderen Wittlicher Gymnasium zu bewerben. "Sozusagen beim Konkurrenzunternehmen", sagt Lütticken, der bis dahin in der Schulleitung des Peter-Wust-Gymnasiums aktiv gewesen war. "Ich wusste, dass sich der Einsatz lohnt", sagt er. "Und es hat sich gelohnt." Nun sei es Zeit zu gehen. Seinen Kollegen und seinem Nachfolger gibt er dann noch eine Weisheit mit, die deutlich macht, dass Paul Lütticken nicht nur besonnen ist, sondern auch scharfsinnig sein kann. "Selbst wenn es das Ministerium in Mainz nicht gebe, würde sich Schule verändern."
Die Veranstaltung wurde musikalisch von Schülern sowie dem Lehrerchor des Gymnasiums begleitet. har