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Marathon: 700 Radsportler bei Mountainbike-Rennen auf dem Erbeskopf

Radsport : Einfach froh, Sport treiben zu können

Rund 700 Mountainbiker starteten beim ersten Jedermann-Radrennen dieser Art in diesem Jahr in Deutschland in Thalfang.

Wie oft Marcus Wilmes bisher ein Mountainbike-Rennen am Erbeskopf gefahren ist, kann der 37-Jährige aus Wintersdorf an der Sauer aus dem Stegreif nicht sagen. Die Teilnahme am Sonntag war aber eine besondere. „Wir sind einfach happy, dass wir wieder fahren können, auch unter diesen Bedingungen“, sagt er.

 Marcus Zwanenburg bei Erbeskopf-Bike.
Marcus Zwanenburg bei Erbeskopf-Bike. Foto: Holger Teusch

Als bekannt wurde, dass mit Start und Ziel in Thalfang das erste deutsche MTB-Jedermannrennen dieses Jahres ausgetragen werden soll, war es für Wilmes eine Selbstverständlichkeit, die neuen Organisatoren um Markus Appelmann mit seiner Teilnahme zu unterstützen. Zugleich danken Wilmes und etliche andere Radsportler dem bisherigen Veranstalterteam der Sportfreunde Thalfang. Hinter Wilmes’ Verein RV Schwalbe Trier steht als An­erkennung für fast zwei Jahrzehnte Erbeskopf-MTB-Marathon-Organisation zusätzlich „Spfr. Thalfang“ in der Ergebnisliste.

Nachdem der örtliche Sportverein im Herbst vergangenen Jahres bekanntgab, dass er das Radrennen nicht mehr weiterführen wolle, hatte Appelmann mit seiner Agentur inMedia die Veranstaltung übernommen (der TV berichtete). Das wurde von den Radsportlern honoriert. Rund 700 wollten mitfahren. Knapp 500 kamen laut Ergebnisliste (Stand Sonntag­abend) auf den beiden angebotenen Strecken 39 Kilometer und 72 Kilometer sowie über 31 Kilometer für die Unter-15-Jährigen (U 15) ins Ziel.

 Eric Geeroms im Skulpturenpark auf dem Gipfelplateau.
Eric Geeroms im Skulpturenpark auf dem Gipfelplateau. Foto: Holger Teusch

Ein Grund: Pünktlich zum ersten Start um 9 Uhr begann es zu regnen. Corona­bedingt gab es keinen Massenstart. In den für je 30 Fahrer vorgesehenen Startblocks waren etliche freie Plätze zu erkennen. Außerdem gab es auf den nassen Strecken mehr Ausfälle als bei trockenem Wetter. „Schürfwunden, kleinere Sachen, die vielleicht auch genäht werden mussten, aber nichts Dramatisches“, sagte Bernd Görgen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Trotz Blessuren seien die Mountainbiker immer noch gut drauf gewesen. „Einer hat erzählt: Ich habe am Baum gebremst“, berichtet der ASB-Einsatzleiter. 

Während die Ersten schon im Ziel sind, schaut Julia Kabolus immer wieder auf ihr Smartphone und hofft, dass sich der Live-Standort ihres Partners weiter bewegt. Dann ist fährt er nämlich und ist nicht gestürzt. Mit zehn Monate alter Tochter und Hund fiebert die junge Mutter im Nah­erholungsgebiet am Ufer des Sees mit. „Wir sind das Empfangskomitee. Sein Vater ist oben auf dem Erbeskopf und versorgt ihn mit Flaschen und Gel“, erzählt sie. Mit Blick auf die schlammverschmierten Fahrer meint Kabolus lachend: „Ich glaube, ich werfe meinen Freund erst einmal in den Teich.“ Corona­bedingt gibt es nämlich keine Duschen. Außerdem fiel die 100-Kilometer-Distanz den Zwängen der Pandemie zum Opfer. „Es hat uns wehgetan, keine 100 Kilometer anbieten zu können“, sagt Appelmann. Für 2022 ist er aber zuversichtlicher.

Trotz aller noch nötigen Einschränkungen war der Erbeskopf-Bike ein Schritt zu etwas mehr Normalität, sagt Vera Höfner und freut sich. Die Gastronomie habe am Samstagabend von der Veranstaltung profitiert, erzählt die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang. Auf dem Radtourismus liege im Sommer der Fokus der Erbeskopf-Region, sagt Höfner und ergänzt: „So eine Veranstaltung gehört da dazu.“