Maria und Johannes unterm Kreuz

Jetzt in der Karwoche werden die Monzeler Katholiken noch intensiver die Kreuzigungsgruppe in ihrer Pfarrkirche betrachten. Nach mehr als 20 Jahren ist sie vollständig. Ein Südtiroler Schnitzer hat die Figuren von Maria und Johannes gefertigt.

Erstmals verschönert die Kreuzigungsgruppe in der Osterzeit die Innenansicht der Monzeler Kirche. Vor vier Monaten ist das Christuskreuz um die zwei fehlenden Figuren der Gottesmutter Maria und des Apostels Johannes ergänzt worden.

"Lange haben wir warten müssen, bis die Figuren endlich bestellt werden konnten", erläutert Stefan Christen vom Verwaltungsrat der Pfarrei. "Seit über 20 Jahren liefen die Bemühungen, aber immer fehlte das nötige Kleingeld." Aber im Sommer 2010 kam der erforderliche Betrag durch mehrere Einzelspenden zusammen. Die Monzeler erteilten den Auftrag zur Herstellung an den Schnitzer Viktor Kostner aus St. Ulrich in Südtirol. Die beiden Statuen sind aus Südtiroler Zirbenholz in Lebensgröße geschnitzt. Mit 1,80 Meter Höhe sowie einem 25 Zentimeter hohen Sockel bilden sie ein raumfüllendes Ensemble. Links vom Kreuz steht Maria, die Mutter Jesu und rechts daneben Johannes, der "Lieblingsjünger" von Jesus, wie es in der Bibel beschrieben wird, bevor Jesus am Kreuz starb.

Bemalt wurden die Figuren in verschiedenen Brauntönen vom Schwager des Schnitzers, Hanspeter Runggaldier. Nach Vorgabe der in Monzel vorhandenen Jesusfigur versah er sie ebenfalls mit einer Goldkontur.

Hans-Günther und Roswitha Zenz machten sich am 13. Dezember mit ihrem Auto ins 740 Kilometer entfernte Südtirol auf. Als sie das Ergebnis sahen, war die Freude groß. Im geräumigen Wagen von Familie Zenz wurden die Figuren gut gepolstert in einer zehn Stunden dauernden Fahrt durch das verschneite Tirol und Bayern bis an die Mosel gebracht.

Dorf- geschichte(n)



In Monzel angekommen, wurde es spannend. Jetzt galt es zu sehen, ob die Figuren zu dem etwa 50 Jahre alten Christuskreuz passten. Der Schnitzer hatte nur Fotos und verschiedene Vorgaben erhalten. Als die Mitglieder des Monzeler Pfarrgemeinderates die lebensgroßen Statuen am 28. Dezember an der Wand des Altarraumes angebracht hatten, war die Erleichterung groß. Die neuen Figuren passen von Form, Größe und Farbe perfekt zum vorhandenen Kreuz mit dem 1,90 Meter hohen Jesus-Korpus und bilden nun eine Einheit als Kreuzigungsgruppe in der 1787 erbauten Pfarrkirche St. Nikolaus. Am 30. Dezember 2010 weihte Pastor Thomas Schneider das Ensemble feierlich ein. Nun fehlt nur noch ein violettes Tuch, um die Kreuzigungsgruppe zu verhüllen, wie das in vielen Kirchen vom Passionssonntag bis Karfreitag üblich ist. Daher können die Monzeler ihre neue Kreuzigungsgruppe nicht erst nach der Karfreitagsliturgie sehen, sondern konnten sie auch in der nun zu Ende gehenden Fastenzeit ausgiebig betrachten.