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Maring-Noviander Rat (Bernkastel-Wittlich) will Gewerbegebiet

Wirtschaft : Kommunalpolitiker fordern mehr Tempo fürs neue Gewerbegebiet in Maring-Noviand

Die Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat von Maring-Noviand sprechen sich für die Ansiedlung von Gewerbe aus, allerdings fehlt noch das grüne Licht der Planungsgemeinschaft Trier. Die Zeit drängt, denn es gibt schon Investoren.

Das zirka 70 Hektar große bei Maring-Noviand geplante Gewerbegebiet hat Kritiker, aber auch Befürworter, die im Gemeinderat von Maring-Noviand und auch im Rat der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues die Mehrheit stellen. Diese beiden Fraktionen, die „Liste Zukunft“ und die „Bürgerinitiative Maring-Noviand, ein Ort, eine Stimme“ machen sich in einer gemeinsamen Presse-Erklärung dafür stark, das Gewerbegebiet zeitnah umzusetzen.

Bereits vor mehreren Jahren haben Experten die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues auf potenzielle Gewerbeflächen untersucht. Solche Flächen sind notwendig, um die Wirtschaftskraft der Verbandsgemeinde zu sichern und Gewerbebetrieben die Möglichkeit der Expansion zu geben und weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Das Ergebnis der Untersuchung: Neben einem kleineren Gebiet an der Grenze zu Traben-Trarbach ist die einzige Fläche, die noch frei ist, bei Maring-Noviand.

„Firmen scharren mit den Hufen und wer den Blick über die Kreisgrenzen lenkt, erkennt, dass die Gemeinden, die Möglichkeiten zur Expansion der Firmen anbieten konnten, inzwischen ausverkauft sind“, schreiben die Ratsmitglieder Thomas Edringer (Liste Zukunft) und Rainer Weinand (Bürgerinitiative Maring-Noviand, ein Ort, eine Stimme!).

Bereits im April 2019 hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde das Merkmal „G“ für einen Gewerbestandort in Maring-Noviand eintragen zu lassen. Auch die Gemeinderatswahlen vom Mai 2019 bestätigten die Mehrheit der Fraktionen, die sich für das Gewerbegebiet aussprechen. Der Antrag auf den Status „G“ wie „Gewerbestandort“ wurde dann im Juli 2019 an die Planungsgemeinschaft Region Trier weitergeleitet. Seitdem läuft das Verfahren.

Die Planungsgemeinschaft besteht aus Vertretern der Landkreise der Region Trier und der kreisfreien Stadt Trier. Zudem sind Mitglieder der Kammern, Verbände und anerkannte Naturschutzvereinigungen in der Planungsgemeinschaft vertreten.

Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung zudem den Beitritt zu einer Vereinbarung der interkommunalen Zusammenarbeit mit dem benachbarten Landkreis in Hinblick auf die Entwicklung von Gewerbegebieten beschlossen. In dieser Vereinbarung wird unter anderem festgelegt, dass die Kommunen sich gegenseitig keine Konkurrenz machen sollen, sondern dass Interessenten zielgenau vermittelt werden sollen. So würde zum Beispiel ein Logistik-Unternehmen eher in einem Gewerbegebiet mit Autobahnanschluss als zum Beispiel in Maring-Noviand angesiedelt werden. Zur Vereinbarung zählt aber auch, dass in den planerischen Überlegung die Ansiedlung von Betrieben, die zur Bewältigung des Klimawandels dienen, eingeschlossen werden sollen.

Mit dem Beitritt zu dieser Vereinbarung sollte ein Zeichen gesetzt werden, so die Sprecher der beiden Fraktionen, denn die Zeit dränge und die Nachfrage von Betrieben sei groß. „Wir wollen ein Vorzeige-Gewerbegebiet mit Umwelt-Aspekt. Kein einziges Auto muss durchs Dorf fahren, um dorthin zu gelangen, weil das Gebiet direkt an der L 47 liegt,“ sagt Thomas Edringer. Zudem habe die Gemeinde einen Vorteil, was die Erschließung des Gebiets betrifft, denn es gebe schon einen Investor, der die Flächen kaufen und wieder an Betriebe verkaufen will. So müsse die Gemeinde diese Rolle nicht selbst übernehmen.

Beide Fraktionen wünschen sich, dass „die Verantwortlichen ihre Beschlüsse zeitnah fassen“, um die Gemeinde weiterzuentwickeln.

Alfons Meyer von der „BI Maring-Noviand“ bestätigt das: „Wir wollen kein Schlafdorf, sondern eine lebendige Gemeinde werden.“