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Marode Turmspitze wirft in Hetzerath Pläne um

Glaube : Marode Turmspitze wirft Pläne um

Vorgesehen war, die Hetzerather Kirche innen zu sanieren. Doch dann kam alles ganz anders. Die Turmspitze war so marode, dass Teile herunterzufallen drohten. Die Sanierung des Gotteshauses soll 100 000 Euro kosten.

Der Wetterhahn auf Kirchen zeigt zum einen die Windrichtung an, zum anderen soll er zur Reue mahnen. Letzteres spielt auf das biblische Geschehnis an, als Petrus Jesus verleugnet, als der Hahn dreimal kräht.  Allerdings: Dem Wetterhahn auf der Turmspitze der Hetzerather Kirche fällt ersteres schwer, nämlich anzuzeigen, woher der Wind weht. Und das hat einen einfachen Grund: Seine Befestigung ist marode. Durch eine undichte Stelle stand sie im Wasser.

Den Wetterhahn wieder auf stabile Füße zu stellen, das gehört zu den zusätzlichen Arbeiten, die am Gotteshaus zu erledigen sind. Dazu kommen noch Ausbesserungen am Dach und Anstreicharbeiten. Erst mit Hilfe eines Gerüstes, das vor drei Wochen aufgestellt wurde, wurden die Schäden genau erkannt. Fest stand bis dahin lediglich, dass Sanierungsarbeiten am Turm auf die Kirchengemeinde zukommen.

„Die Arbeiten, die jetzt erst sichtbar sind, wo das Gerüst steht, verlängern natürlich die Sanierungszeit. Und die Kosten steigen“, sagt Josef Ewertz, Mitglied im Kirchengemeinderat. Angedacht war eigentlich, in diesem Jahr die Kirche innen zu renovieren. Das sei ebenfalls dringend nötig: Ein Anstrich, die Bodenbeläge, die Sockel, die Bleiverglasung der Fenster und die Dämmung samt statischer Prüfung der Gewölbedecke standen auf der Liste. Doch diese Arbeiten müssen jetzt hintenanstehen. Das gilt auch für die Orgel, die ebenfalls überholt werden müsse.

Die Sanierung des Turms hat Vorrang. Bei einer der Voruntersuchungen des Kirchenraums im Oktober vergangenen Jahres hat das beauftragte Architekturbüro Stoffel Schäden an der Laterne, dem obersten Teil des Turms, festgestellt. Acht Holzbalken, die mit Blech und Blei verkleidet waren, waren völlig weggefault.

Josef Ewertz: „Der Vorplatz der Kirche musste gesperrt werden. Es bestand die Gefahr, dass Teile herunterfallen. Nur der Eingang an der Frauenseite war offen und durch ein Gerüst geschützt.“ Die Messen konnten so stattfinden, aber für größere Gottesdienste, wie beispielsweise die Weihnachtsmessen, war diese Lösung nicht ausreichend, weil es keinen Notausgang gab. Der Weg durch die Sakristei war dafür zur eng. Doch dann hatte der Zimmermann die Idee, ein Netz um die Laterne zu spannen. Und so konnte der Vorplatz Ende November vergangenen Jahres wieder freigegeben werden.

Nach Verzögerungen bei den Ausschreibungen steht das Gerüst nun. Die Feststellung weiterer Schäden, kam dann zwangsläufig dazu. „Die genaue Zahl, was die Arbeiten kosten, haben wir noch nicht, aber wir gehen von etwa 100 000 Euro aus“, so Ewertz.

Wie viel das Bistum dazu beisteuert, ist noch nicht abschließend geklärt. „Dazu müssen die förderfähigen Kosten genau ermittelt werden,“ sagt Kirchengemeinderatsmitglied Peter Lehnertz. Die Arbeiten werden noch einige Monate dauern. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass es Ende des Jahres werden kann. Dann kann sich auch der Wetterhahn wieder in vollem Umfang drehen. Anschließend soll die Innenrenovierung angegangen werden. „Wir werden sehen, wie weit wir dann mit unserem Geld kommen,“ erklärt Peter Lehnertz, um dann zu ergänzen: „Denn in den vergangenen Jahren wurden bereits die Kita  und das Pfarrhaus renoviert. Aber es wäre wirklich nötig, denn die letzte Renovierung liegt 40 Jahre zurück.