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Materialschlacht an der Bergrennen-Strecke

Materialschlacht an der Bergrennen-Strecke

Dass derzeit zwischen Veldenz und Gornhausen die Kreisstraße 88 ausgebaut wird, freut nicht nur Autofahrer aus der Region. Die kurvenreiche frühere Rennstrecke ist auch Motorsportfreunden ein Begriff.

Veldenz/Gornhausen. (urs) Für manche Autofahrer ist sie einfach eine kurvenreiche Nebenstrecke, die Kreisstraße 88, die von Veldenz hinauf in den Hunsrück führt. Doch für Motorsportfreunde ist sie viel mehr. Denn bis Mitte der 70er Jahre war die Etappe offizielle ADAC-Bergstrecke der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaften. Seit einigen Jahren lebt diese Tradition wieder auf mit dem "Hunsrück-Bergrennen"-Revival des "Morgan Sports Car Club". Für dieses Jahr hat der Veranstalter allerdings abgesagt. Die Strecke sei einfach in einem zu schlechten Zustand gewesen, sagt Ortsbürgermeister Norbert Sproß. Nächstes Jahr wollten die Morgan-Fahrer aber wohl wieder in Veldenz starten.

Allerdings wird die Route schon in wenigen Wochen wieder befahrbar sein. Denn schon Ende Juni hat der Ausbau der Strecke begonnen, die für circa zwei Monate voll gesperrt ist. Die nur etwa fünf Meter breite Fahrbahn wird im Aufbauverfahren erneuert. Das bedeutet, dass die alte Fahrbahndecke als Untergrund erhalten bleibt. Auf diesen drauf gepackt werden eine vier bis sechs Zentimeter dicke Ausgleichschicht sowie eine acht Zentimeter dicke Tragschicht. "Das wird eine Materialschlacht", kommentiert Walter Klink vom Landesbetrieb Mobilität in Mülheim. Die Entscheidung für ein solches Verfahren sei aus Kostengründen gefallen. "Die Entsorgung des alten teerpechhaltigen Materials ist so teuer, dass man damit eine neue Straße bauen kann." Aufgebaggert werden laut Klink nur die Anschlussstellen am Ortsausgang von Veldenz und auf Höhe von Gornhausen sowie besonders schadhafte Abschnitte.

Probleme mit den von der Vollsperrung betroffenen Anliegern gibt es laut Klink nicht. Sie zeigten Verständnis für die Arbeiten und die damit verbundenen Einschränkungen. Obendrein haben sie in den vergangenen Tagen den Einsatz einer ungewöhnlichen Maschine aus nächster Nähe beobachten können. Denn für einige Tage war ein "Gleitbetonschaler" entlang der K 88 in Aktion. Das sich auf Ketten bewegende Gefährt gießt laut Klink "Randsteine aus einem Guss". Damit das klappt, wird der Schaler im 25-Minuten-Takt von Betonfahrzeugen angefahren, die dann vor den Schaler gespannt werden, der sie vor sich her schiebt.

Eine besondere Herausforderung für die Zulieferanten an der K 88 war, dass sie vor Ort nicht wenden konnten und die Serpentinen daher im Rückwärtsgang hinab fahren mussten. Im Optimalfall verlegt ein solcher Schaler pro Tag ein bis zwei Kilometer Rinnenanlagen.