1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Maurermeister kann es nicht lassen

Maurermeister kann es nicht lassen

Vor 50 Jahren startete Theodor Ott als Unternehmer in der Baubranche durch - nur fünf Monate nach seiner Meisterprüfung als Maurer. Seitdem waren er und seine Firma in Malborn und Hermeskeil an zahlreichen Projekten beteiligt.

Malborn/Hermeskeil. Theodor Ott hat sie noch erlebt, die Zeit, als es alltäglich war, handgemischten Beton Leitern raufzuschleppen. Früher sei vom Ausschachten der Baugrube bis zum Mauern der Bruchsteine alles von Hand gemacht worden. Auch von "Frondiensten" - nicht für einen Herrn, sondern für die Gemeinschaft - weiß der Malborner Bauunternehmer zu berichten. Bauern fuhren reihum den Steinbruch an, um Baumaterial beizukarren. Da einer den anderen gebraucht habe, sei das Gemeinschaftsgefühl größer gewesen.
Erste Firma mit 24 Jahren


Als einziger Sohn und Lehrling des seit 1946 selbstständigen Maurermeisters und Bauunternehmers Josef Ott wuchs Theo Ott in die Baubranche rein. 1962 gründete er seine eigene Firma - mit 24 Jahren und dem fünf Monate alten Meisterbrief in der Tasche. Erste Projekte waren die Gusenburger Leichenhalle und Weinbergsstützmauern an der Mosel. Nebenbei belieferte er Malborner mit Baumaterial, das er nach Feierabend in Koblenz abholte.
Später baute er vor allem Hochbehälter und Kläranlagen - aber auch an dem Kindergarten Regenbogen und einem großen Kaufhaus in Thalfang war Ott beteiligt. Eine Blütezeit bescherte der Bau der Autobahn Trier-Türkismühle. Otts Firma baute vier Brücken und beschäftigte statt der bis dahin rund 20 Mitarbeiter mehr als 40.
Im 50. Jahr steht die Firma mit Bauhöfen in Malborn und Hermeskeil gut da. Außerdem kann sich Ott, ein gebürtiger Reinsfelder, über den Goldenen Meisterbrief freuen. Stolz ist er auch auf seine Kinder und Enkel, die als Bauingenieur oder Bilanzbuchhalter die Familientradition fortführen.
Den Betrieb übernahm vor 20 Jahren sein ältester Sohn Siegbert (49). Der Maurermeister, der sich vom Lehrling und Polier hocharbeitete, rückte wenige Monate nach dem Tod seiner Mutter Genoveva nach. Sie hatte nicht nur das Büro geleitet, sondern viele Jahre auch ein Lebensmittelgeschäft im Haus geführt. Ihr Anteil am Aufschwung der Firma sei ebenso groß wie seiner, betont Theo Ott: "Bei ihr habe ich mir die Kraft geholt."
Gänzlich ablassen vom geliebten Beruf kann er aber nicht. "Wer rastet, der rostet", kommentiert er sein jüngstes Vorhaben: Den aktuell von ihm betreuten Bau barrierefreier Häuser in Malborn bezeichnet er selbst als Wunschprojekt. urs