Medienwirksame Fantastereien

"Mit Erinnerung lässt sich auf die Zukunft bauen" (TV, 30. September) meint dieser Leser:

Unter dem programmatischen Titel "Mit Erinnerung lässt sich auf die Zukunft bauen" berichtete der TV über die geplanten Veranstaltungen zum Gedenken an die 70-jährige Wiederkehr des Pogroms in Wittlich am Morgen des 10. Novembers 1938. Die Informationen waren im Wesentlichen dem vom Kulturamt der Stadt Wittlich herausgegebenen Flyer "Erinnern - für die Zukunft" entnommen.

Mit größtem Befremden musste ich lesen, dass doch tatsächlich der Wunsch angedacht wird, das Buch von Alfons Heck "A Child of Hitler" ins Deutsche zu übersetzen. Die Erinnerungsarbeit auf die Auswertung eines Buches zu beschränken, das aus Versatzstücken tatsächlichen Geschehens und puren, aber medienwirksamen Fantastereien eines Autors besteht, der seine Kindheits- und Jugenderlebnisse 40 Jahre später äußerst erfolgreich in Amerika verkaufen konnte, wird der wissenschaftlich korrekten Arbeit der in Wittlich tätigen Institution des Emil-Frank-Instituts und des Arbeitskreises "Jüdische Gemeinde Wittlich" nicht gerecht! Ganz bewusst habe ich die beiden Bücher dieses Autors für die Wittlicher Stadtgeschichte nicht verwendet. Eine städtische Institution sollte sich genau so verhalten.

Klaus Petry, Wittlich

gedenken an pogrom