Mehl mahlen, rechnen und Brot backen

Mehl mahlen, rechnen und Brot backen

STARKENBURG. (mm) In Starkenburg wird Tradition noch groß geschrieben: Seit 207 Jahren gibt es die "Obere Starkenburger Mühle", die sogar noch funktionsfähig ist. Der Posten des Mühlenmeisters wird jedes Jahr neu besetzt: Mühlenmeister 2004 ist Horst Wagner.

In der "Oberen Starkenburger Mühle" im malerischen Ahringstal wird noch heute sechs bis acht Mal im Jahr Mehl gemahlen. Die Getreidemühle besteht seit 207 Jahren, und seit dieser Zeit gibt es auch die Starkenburger Mühlengesellschaft. Sie zählt zurzeit 19 Gesellschafter, davon bemühen sich zehn aktiv um den Erhalt der Mühle. Sie halten weiterhin an den alten Traditionen fest. Jedes Jahr treffen sie sich am Königstag (6. Januar) beim amtierenden Mühlenmeister zur "Mühlenrechnung". In diesem Jahr fand das Treffen bei Mühlenmeister Oswald Weisgerber statt. Nach der Tradition legte Weisgerber den Jahresbericht und auch die Rechnung vor.Erster Eintrag: 12. September 1796

Zu seinen Pflichten als Mühlenmeister gehörte es aber auch, zur "Mühlenrechnung" die Mitglieder mit selbst gebackenem Brot, Limburger Käse, Walnüssen und Wein des vergangenen Jahrgangs zu verköstigen - ebenso wie ein warmes Abendessen mit Braten und spät in der Nacht noch eine Portion Gehacktem bereitzustellen. Zu diesem Anlass wird auch der Mühlenmeister für das kommende Jahr bestimmt. An der Reihe für 2004 war Horst Wagner. Oswald Weisgerber überreichte seinem Nachfolger alle Unterlagen - darunter auch das Mühlenbuch, ein wichtiges Kleinod der Gesellschaft, das er während seiner Amtszeit führte. Im Mühlenbuch sind seit l796 fein säuberlich die Abrechnungen, Einteilungen der Mahltage, Eintragungen der Lehnsleute, Reparaturen und Renovierungen sowie Garantie-Erklärungen der Mühlenbauer verzeichnet. Die Eintragungen beginnen am 12. September l796 mit der Baugenehmigung sowie der Gestaltung des Wasserrechts. Der neue Mühlenmeister Horst Wagner dankte seinem Vorgänger im Namen der Gesellschafter für die im vergangenen Jahr als Mühlenmeister geleistete Arbeit sowie für die Beköstigung und versprach, sich wie seine Vorgänger für die Belange der Mühlengesellschaft und den Erhalt der Mühle einzusetzen.

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