Mehr als 10 000 Betten für die Urlauber

Mehr als 10 000 Betten für die Urlauber

Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues wächst durch die Fusion mit dem größten Teil der VG Neumagen-Dhron auch touristisch. Die Zahl der Übernachtungen wird um etwa 100 000 steigen.

Neumagen-Dhron/Bernkastel-Kues. Die Ortsgemeinden Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim stoßen Anfang 2012 im Rahmen der Kommunalreform zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues (der TV berichtete). Eine der wichtigsten Auswirkungen: Die VG Bernkastel-Kues, bisher schon Krösus bei den Übernachtungszahlen (2010 waren es 1,26 Millionen, 9500 Betten), erhält nicht nur drei Orte hinzu, sondern auch etwa 1050 Gästebetten. 2010 wurden in ihnen knapp 100 000 Übernachtungen gezählt.
Ulf Hangert, Bürgermeister der VG Bernkastel-Kues, hat wiederholt von einem "touristischen Kraftzentrum" gesprochen. Zum Vergleich: In der Stadt Trier werden etwa 750 000 Übernachtungen registriert.
"Der Wechsel bringt große Chancen", sagt Claus Dürrmann, Leiter des Verkehrsamtes der VG Neumagen-Dhron. Bernkastel-Kues sei eine Marke und überall bekannt. Den Orten würden sich neue Märkte erschließen. Auch beim Internetauftritt sei die Nachbar-VG ein Vorreiter. "Bernkastel-Kues ist dabei ein Porsche, wir vielleicht ein Kleinwagen", sagt er.
Ängste seien ihm bisher nicht begegnet. Etwas bleibt ja auch, wie es ist. Die Touristinformationen der Orte Neumagen-Dhron und Piesport/Minheim sind auch nach dem Wechsel eigenständig.
"Ich freue mich auf den Tag der Fusion", sagt Günter Thielen (Ferienweingut Thielen-Schunk, Minheim). Sein Betrieb (vier Doppelzimmer, eine Ferienwohnung) ist als Qualitätsbetrieb des Projekts "Dachmarke Mosel" zertifiziert. "Ich erwarte nur Vorteile", sagt Ehefrau Zita.
Im Hotel Winzerhof in Piesport stehen 29 Betten. In wenigen Wochen kommt ein Restaurant dazu. "Wir sind in der Saison gut ausgelastet. In Zukunft werden aber noch mehr Leute angesprochen. Ich verspreche mir viel von der Fusion", berichtet Gabi Schanz.
Auch Udo Thull (Hotel-Restaurant Zum Anker, Neumagen-Dhron, 30 Betten) schaut positiv in die Zukunft. "Die Gemeinschaft wird stärker. Unsere Ziele sind gleich. Bisher allerdings in anderen Dimensionen", sagt er.
Claus Dürrmann wird ebenfalls wechseln und bei der 2010 gegründeten Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues GmbH arbeiten. Sein jetziger Kollege, Jörg Lautwein, ist dann sein Chef. Der freut sich auf die neuen Orte. "Das passt zusammen", sagt er. Die römische Vergangenheit, die ihren sichtbarsten Ausdruck im Nachbau des Weinschiffs habe, könne noch stärker hervorgehoben werden. Lautwein wirbt schon für die geplante Gästekarte, die viele kostenlose Leistungen beinhalten soll (der TV berichtete). "Wir sind sofort dabei", verspricht Günter Thielen.Meinung

Ängste sind nicht angebracht
Für Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim werden sich durch den Wechsel nach Bernkastel-Kues neue Chancen ergeben. Keiner sollte Angst haben, etwas zu verlieren. Das gilt auch für die 20 Orte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. Die Mittelmosel ist bereits ein Magnet für Urlauber und Tagesgäste. Sie kann diese Position weiter ausbauen. Es gibt noch viele Möglichkeiten: beispielsweise beim Einsatz des römischen Weinschiffs. Die Stadt Bernkastel-Kues bleibt auch in Zukunft die Hauptattraktion der Region. Die drei neuen Orte werden davon mehr profitieren als bisher. c.beckmann@volksfreund.de