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Mehr als 45.000 Besucher beim Oktoberfest - Sechs von zwölf Abenden ausverkauft

Mehr als 45.000 Besucher beim Oktoberfest - Sechs von zwölf Abenden ausverkauft

Finale war am 31. Oktober, jetzt dauert der Zeltabbau noch rund 14 Tage. Dann erinnert im Wittlicher Industriegebiet nichts mehr an das größte Oktoberfest im Land. Mehr als 45.000 Menschen haben es im 24. Jahr in Wittlich gefeiert wie in Bayern.

Seine Stimme krächzt. "Ich bin erkältet. Das ist immer so am Schluss. Raus aus dem warmen Zelt, rein in den Kühlwagen. Davon kommt's. Und mehr Schlaf würde sicher auch gut tun", sagt Winfried Bungert. Er ist sozusagen Wittlichs Wies'n Wirt und hat fünf lange Feierwochenendenden plus die Halloween-Nacht im Bungert Oktoberfestzelt, das 4500 Menschen fasst, hinter sich. Das geht an die Substanz, macht ihm aber offensichtlich Spaß. "Ich bin froh, es geschafft zu haben. Es ist sehr viel Arbeit. Aber ich freue mich schon aufs nächste Mal. Wir hatten an zwölf Abenden geöffnet, davon waren sechs so gut wie ausverkauft. Es waren knapp über 45.000 Menschen im Zelt. Und das positive Feedback motiviert, weiter zu machen", zieht er erste Bilanz.

Die meisten Gäste kamen aus der Eifel-Mosel-Region. Aber auch aus Ostbelgien, Holland, Frankreich und Luxemburg haben Herren und Damen in Dirndl und Lederhose die Großveranstaltung in Wittlich besucht. "Die machen Urlaub an der Mosel zur Weinlesezeit und freuen sich über die Abwechslung: sechs Tage Wein, ein Tag Bier", sagt der Wies'n Wirt auf Zeit. Wie viel Maß Original Oktoberfestbier ausgeschenkt wurden, sagt er nicht. Betriebsgeheimnis sozusagen. Aber er sagt, was der kulinarische Renner war: halbe Hähnchen. Tausend Stück wurden verspeist.

Unabhängig davon haben wenige Gäste viel zu tief ins Glas geschaut und wurden aggressiv: Trotz viel Security gab es vereinzelte Schlägereien. So kam es auch im Verlauf der letzten Oktoberfestveranstaltung für dieses Jahr zu drei Körperverletzungen. Laut Polizeibericht sind sie glimpflich verlaufen: "Die Beteiligten wurden allesamt leicht verletzt, und es war immer Alkohol im Spiel." Winfried Bungert sagt dazu: "Ich denke, unser Sicherheitskonzept ist sehr gut aufgegangen. Im Verhältnis zur Besucherzahl haben wir kaum Vorfälle gehabt. Was passiert ist, hat sich überwiegend vor dem Zelt abgespielt. Das alles ist im Einzelfall natürlich dennoch unangenehm."

Für die große Mehrheit ist die Veranstaltung jedoch ein großer Spaß. Dabei spielt auch die Musik eine zentrale Rolle. Doch wer gleich alle zwölf Abende mit sogenannter Stimmungsmusik erlebt hat, der ist womöglich Ohrwurm-geschädigt. "Was mich in mehreren Nächten und auch tagsüber verfolgt hat, ist Helene Fischers ,Atemlos'. Wenn die Bands es nicht gespielt haben, hat das Publikum diesen Hit von selbst gesungen. Ansonsten ist bestimmt zwei oder drei Mal am Abend Mickie Krauses ,Geh mal Bier holen‘ gelaufen."

Das gibt es erst nächstes Jahr wieder um die Ohren. Dann wäre Jubiläumsjahr. 25 Jahre Bungert Oktoberfest. Zwei Neuerungen sind bekannt: Das Zelt wird noch größer. Und Dauerkarten gibt es schon ab Ende November. Laut Winfried Bungert ist das ein Wunsch des Publikums. Er hat übrigens trotz Erkältung keine Zeit zu entspannen. Der Abbau läuft noch rund 14 Tage. Dann kümmert er sich um die nächste Extra-Veranstaltung: den Weihnachtsmarkt. Für ein paar Tage hat er auch von Weißwurst und Hähnchen genug: "Diese Woche stehe ich eher auf Pizza und Nudeln."