Mehr als eine Willkommens-Kulisse

WITTLICH. Städtebaulich markant gestalten will der Stadtrat den Bereich an der Sparkasse/Post am Schlossberg und Himmeroder Straße/Feldstraße. Er stimmte am Dienstag den Entwürfen der Architekten Dieter Rass und Peter Assmann zu.

80 000 Euro "Planungskosten zur Gestaltung der Eingangsbereiche zur Innenstadt" stehen im Hauhaltsplan 2006 der Stadt Wittlich. Dieses Geld soll jetzt angepackt werden, um am Schlossberg und an der Himmeroder Straße architektonische Akzente zu setzten, die in die Innenstadt einladen (der TV berichtete). Während der Stadtrat dem Entwurf von Dieter Rass geschlossen zustimmte, sorgte die Idee von Peter Assmann für Diskussion und anschließende Enthaltungen und Gegenstimmen. Dieter Rass empfiehlt, - auch im Zuge des Ausbaus der Karrstraße -, der Sparkasse einen zum Schlossberg angehobenen Platz vorzulagern, der mit einer Brüstung und Säulen-Lampen begrenzt wird, wobei die Lampen-Linie noch einmal vor der Post aufgegriffen werden soll (siehe Planskizze). Wegfallen würden die beiden Parkplätze vor der Bank, denn hier soll eine kleine Grünzone unterhalb des neuen Platzes an der Seite des Bürgersteigs entstehen. Dieter Rass erklärte zu den Kosten: "Genaue Berechnungen liegen noch nicht vor. Es hängt auch davon ab, welche Kosten dem Tiefbau zugerechnet werden. Da dies ja auch ein schöner Vorgarten für das Gebäude der Sparkasse ist, besteht ja vielleicht Interesse, sich hieran zu beteiligen." Die Verwaltung will jetzt mit der Bank Verbindung aufnehmen, um zu klären, ob diese sich finanziell engagiert. Man habe zunächst den Stadtratsbeschluss abwarten wollen.Optisches Spiel mit Stadtmauermotiv

Mit dem Einstieg: "Meine Idee verlangt eine gewisse Vorstellungskraft des Betrachters", stellte anschließend Peter Assmann seinen Entwurf für die Himmeroder Straße/Feldstraße vor. Er schickte außerdem voran: "Wir haben hier einen Bereich, der ausgeprägt gestaltet werden soll und jetzt in hohem Maß von einer asphaltieren, ungegliederten Freifläche bestimmt wird." Er wolle einen markanten Punkt setzen, der in die Innenstadt einlädt, indem "der urbane Innenraum arrondiert" werde. Auf der einen Seite soll das Stadtmauermotiv in Material (Sandstein) und einem Bogenelement aus Stahl aufgegriffen werden, dem auf der gegenüber liegenden Seite ein optisches Wiederlager ebenfalls mit angedeutetem Bogen entgegen stehe. Mit diesem Teil des Entwurfs beschäftigte sich der Rat intensiver. Insbesondere, weil laut Zeichnung wegen der Höhe von rund vier Metern (Breite 2,20 Meter) befürchtet wurde, damit setze man einen "unverhältnismäßig großen Block", der die Geschäftsstraße nicht mehr einsehbar mache. Peter Assmann betonte, eben nur mit einem "visuellen Prellbock" habe man an dieser Stelle die Chance, das Auge zu fangen. Belustigt reagierte der Rat auf den Einwurf des ersten Beigeordneten Albert Klein, der kommentierte: "In einer Stadt in unserer Nachbarschaft sperrt auch ein schwarzes Tor voll die Sicht auf eine Einkaufsstraße." Mit dem Hinweis von Ralf Bußmer, es gehe um eine Grundsatzfrage und man sei ja noch in einer Vorentwurfssituation, stimmte die Ratsmehrheit für Peter Assmanns Konzept. Jetzt kann sich die Verwaltung mit der Realisierung der Eingangsbereiche beschäftigen. Weitere Berichterstattung folgt.