Mehr als nur Erwachsenenbildung

Sie engagieren sich oft im Verborgenen und suchen dennoch die Öffentlichkeit. Die Kolpingsfamilie Wengerohr wird 50 Jahre jung und lädt exakt am Gründungstag, dem 8. Mai, die Bevölkerung zum Jubiläum ein.

Wittlich-Wengerohr. Es ist keine Geheimniskrämerei, was sie tun, sondern eher nach dem Motto: "Tue Gutes und sprich zumindest gelegentlich darüber." Aber sie treten nicht in dem Maße an die Öffentlichkeit, wie das andere Gruppierungen tun. Dennoch freuen sie sich, wenn ihre Arbeit allseits Anerkennung findet. Ihr Vorbild ist Adolph Kolping, der 1813 in Kerpen im Rheinland geboren wurde und der in seinem späteren Leben als katholischer Priester und Sozialreformer ein weltumspannendes Hilfswerk aufbaute, um die Lebenssituation der Handwerksgesellen zu verbessern. Daraus wurde ein christlich-sozialer Verband.

Engagement in Wengerohr und in der Dritten Welt



Die Kolpingsfamilie engagiert sich einerseits in der Pfarrgemeinde Wengerohr, andererseits hilft sie dem weltweiten Kolpingwerk bei der materiellen Unterstützung ihrer Projekte in der Dritten Welt. "Erwachsenenbildung war über viele Jahre unsere vorrangige Aufgabe", schreibt Hermann Hoffmann im Kreisjahrbuch 2010. Hoffmann ist mit 89 Jahren der Senior der Kolpingsfamilie Wengerohr. Er war zusammen mit dem damaligen Wengerohrer Pfarrer P. Sinzig vor 50 Jahren einer der Gründungsinitiatoren. "Am 8. Mai 1960 in der feierlichen Schlussandacht am Tag des Ewigen Gebetes gelobten 13 junge Männer öffentlich, das Werk des Gesellenvaters Adolph Kolping durch Gründung einer Kolpingsfamilie weiterleben zu lassen", berichtet die Chronik.

Die Kolpingsfamilie organisiert seit vielen Jahrzehnten den Nikolausbesuch bei den Wengerohrer Kindern. Dieser wird immer mehr angenommen, so dass 2009 bereits auf drei Männer im Nikolausgewand zurückgegriffen werden musste. Dies hält nicht nur christliches Brauchtum lebendig, sondern der Erlös wird an Karl Wiszniewsky von den Steyler Missionaren für seine Tätigkeit in Parana/Brasilien übermittelt. Jährlich findet eine Familienwanderung für die 47 Mitglieder statt.

Die Sternwallfahrt nach Klausen im Mai ist fester Bestandteil der Aktivitäten und wird gut angenommen. Dazu sind auch Nichtmitglieder gerne gesehen.

In Vorträgen wird über gesellschaftliche Fragen und Probleme diskutiert. Dazu gehörten 2008/2009 zwei gut besuchte Vorträge von aktiven Kolpingsbrüdern über einen Einsatz als Soldaten in Afghanistan sowie über den ehemaligen Flugplatz Wengerohr. Auch beteiligte sich die Kolpingsfamilie Wengerohr an der 2006 durchgeführten Unterschriftenaktion gegen das Abhängen der Kreuze in den Trierer Gerichtssälen.

Am 8. Mai, auf den Tag genau 50 Jahre nach der Gründung, wird das Jubiläum mit einem feierlichen Gottesdienst um 18 Uhr in der Pfarrkirche Wengerohr eröffnet, begleitet vom Kirchenchor, zelebriert von Kolpingdiözesanpräses Thomas Gerber. Zu diesem Gottesdienst und der anschließenden Feier in "Linde's Brasserie" lädt die Kolpingsfamilie die Bevölkerung ein. Der Abend wird mitgestaltet durch Instrumentalgruppen des Musikvereins. Außerdem erfolgen Ehrungen, und es wird ein Diavortrag über 50 Jahre Kolpingsfamilie Wengerohr präsentiert.

Extra Kolpingsfamilie Wengerohr Gegründet: 8. Mai 1960 Mitglieder: 47 Präses: Pfarrer Thomas Barton Ansprechpartner: Herbert Gierenz, Wengerohr Die Kolpingsfamilie Wengerohr ist eine örtliche Untergliederung des Kolpingwerkes Deutschland. Das Kolpingwerk mit rund 500 000 Mitgliedern ist in über 60 Ländern der Erde tätig, die in weltweit etwa 6000 Kolpingsfamilien beheimatet sind, davon alleine in Deutschland 2700 Kolpingsfamilien. (ger)

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