Mehr Gäste, weniger Übernachtungen und Betten

Mehr Gäste, weniger Übernachtungen und Betten

Nach einer Steigerung der Gäste- und Übernachtungszahlen im Jahr 2009 verzeichnet Zeltingen-Rachtig 2010 einen leichten Rückgang der Übernachtungen. Einer der Gründe ist der Trend zu immer kürzeren Aufenthalten.

Zeltingen-Rachtig. Um zwei Prozent gestiegene Gästezahlen in der Tourismussaison 2010 sind mehr als erfreulich für Zeltingen-Rachtig. Denn der Ort bewegt sich in der höheren Klasse mittlerer fünfstelliger Zahlen (siehe Extra). 2010 haben 45 759 Gäste die Gemeinde besucht. Darunter waren 22 Prozent ausländische Urlauber vorwiegend aus den Niederlanden und aus Belgien. Laut Verkehrsbüroleiter Hubert Kappes basiert der Jahresanstieg bei den ausländischen Gästen um 17,3 Prozent zwar vorwiegend auf Schätzungen. Doch bei künftigen Werbeaktivitäten sollte das unbedingt berücksichtigt werden.
Mit 1,5 Prozent leicht rückläufig sind hingegen die Übernachtungen. Nach 120 436 im Jahr 2009 waren es 2010 nur 118 647. Einer der Gründe ist der seit Jahren festzustellende beständige Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Übernachteten Urlauber 2006 noch im Schnitt 2,81 Tage an der Mosel, so sind es inzwischen nur noch 2,59 Tage pro Aufenthalt. Nicht enthalten in der Statistik sind die Gäste- und Übernachtungszahlen des Campingplatzes. Nach einem nahezu beständigen dreijährigen Aufwärtstrend gab es 2010 einen Einbruch. Die Gästezahlen sanken von 1911 (2009) auf 1658, die Übernachtungen von 7667 auf 5675.
Überraschend ist das nicht. Ein Problem ist laut Ortsbürgermeister Manfred Kappes die Lage des Camping- und Wohnmobilstellplatzes unmittelbar unter der viel befahrenen Moselbrücke. Die Lautstärke sei einfach nachteilig. Abgesehen davon musste sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren mit Investitionen zurückhalten. Projekte wie der Ausbau von Bundes- und Gemeindestraßen oder das Neubaugebiet, mit dem die Ortsteile zusammenwachsen, hatten Priorität. Verbesserungen in kleinerem Rahmen wurden laut Gemeindechef Kappes aber realisiert. Als Beispiel nennt er die bereits begonnene Terrassierung des Moselufers. Zwischen den parallel zur Mosel verlaufenden Wegen wird das Gelände ebener gestaltet, so dass parkende Wohnmobile dort nicht schräg stehen müssen. Außerdem werden 2011 die Damenduschen und die Entsorgungsstation für Wohnmobile auf den neuesten Stand gebracht. Alles in allem investiert die Kommune an die 7000 Euro in den verpachteten Platz. Langfristig muss der Rat laut Manfred Kappes aber entscheiden, ob der kombinierte Platz erweitert oder ein separater Wohnmobilstellplatz angelegt werden soll. Bisher scheute sich der Rat, den dafür erforderlichen teuren Bebauungsplan aufzustellen. Touristiker Hubert Kappes mahnt daher seit Jahren vergebens, zu investieren, was sich erfahrungsgemäß über die Einnahmen kurzfristig auszahle. Die in Deutschland zugelassenen 440 000 Wohnmobile stellten ebenso wie Wander- und Radtourismus einen wichtigen touristischen Faktor dar.
Ein anderes Problem ist das Fehlen der Nachfolger für Hotels, Pensionen oder private Zimmervermieter. Die Zahl der gemeldeten Gästebetten ist seit Jahren rückläufig. Nach einem Anstieg von 860 Betten im Jahr 1980 auf 1064 im Jahr 2000 waren es 2005 nur noch 1006 Betten und 2010 noch 905.
Aktuell belastet die Statistik die Schließung eines 32-Betten-Hauses. Andererseits zeigt sich dabei aber auch, dass die vorhandenen Betten zunehmend besser ausgelastet sind.

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