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Mehr Hunde, mehr Steuern im Kreis Bernkastel-Wittlich

Stark steigende Zahl : Mehr Hunde, mehr Steuern im Kreis Bernkastel-Wittlich

Die Zahl der Hunde ist in den vergangenen Jahren in den meisten Orten des Landkreises Bernkastel-Wittlich stark gestiegen. Eine Ausnahme ist die Stadt Wittlich.

Kommen die Bewohner des Landkreises Bernkastel-Wittlich immer mehr auf den Hund? Auf jeden Fall scheint dies  in Morbach der Fall zu sein. Denn dort hat die Anzahl der bellenden Vierbeiner von 2011 bis Ende 2019 um mehr als 30 Prozent zugenommen von 634 auf 831 Tiere.

Was den Morbacher Kämmerer Günter Alt in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im vergangenen Dezember sogar von einer „Explosion“ an Hunden sprechen ließ. Der Morbacher Gemeinderat hat darauf reagiert und im Haushalt für 2020 eine Erhöhung der Hundesteuer beschlossen.

Denn bei dieser Steuer handele es sich um eine sogenannte Ordnungssteuer, mit der die Anzahl der Hunde reguliert werde, sagte er. Oder vereinfacht ausgedrückt: Wird die Steuer erhöht, überlegt sich möglicherweise der ein oder andere Morbacher zusätzlich, einen Hund anzuschaffen.

Die Hundesteuer kostet in der Einheitsgemeinde Morbach für den ersten Hund jetzt 84 Euro statt bisher 72 Euro. Die Steuer für ein zweites Tier beträgt 156 statt 132 Euro, für jeden weiteren Vierbeiner sind künftig 192 statt bisher 160 Euro zu berappen. Für Besitzer von sogenannten gefährlichen Hunden, landläufig auch Kampfhunde genannt, sind jetzt gar 1250 Euro statt bisher 600 Euro fällig.

Nimmt denn analog zur Einheitsgemeinde Morbach überall im Landkreis die Zahl der Hunde zu? In den meisten Orten ist das so, wie eine Anfrage unserer Zeitung zeigt.

Marcus Heintel, Bürgermeister der VG Traben-Trarbach, meldet eine ähnliche Entwicklung wie die Einheitsgemeinde Morbach. So seien in seiner VG 1260 Hunde gemeldet. In der Stadt Traben-Trarbach sei die Zahl der Hunde von 2011 bis heute von 262 auf 344 gestiegen, das entspreche einer Zunahme von 31,3 Prozent. In Enkirch – dort sind 81 Hunde gemeldet – und in Kröv – dort gibt es 132 bellende Vierbeiner – sind die Anmeldezahlen im gleichen Zeitraum um rund 28 Prozent gestiegen.

In Verbandsgemeinden werden die Hundesteuersätze von den Ortsgemeinden festgelegt. So ergeben sich in der VG Traben-Trarbach unterschiedliche Sätze. In der Stadt Traben-Trarbach beträgt die Steuer für den ersten Hund 100 Euro, während die Enkircher Hundebesitzer lediglich mit 60 Euro und die Kröver mit 72 Euro zur Kasse gebeten werden.

In der VG Bernkastel-Kues ist die Zahl der Hunde ebenfalls steigend. 2011 waren es 1419 Vierbeiner, Anfang 2020 1673 Hunde, also eine Zunahme von knapp 18 Prozent. Ähnlich verhält es sich in der VG Wittlich-Land. Dort hat die Zahl der Hunde im gleichen Zeitraum von 1872 auf 2192 Hunde und damit um rund 17 Prozent zugenommen.

Eine Ausnahme bildet die Stadt Wittlich. Dort ist die Entwicklung der Hundezahlen zwar leicht schwankend, aber insgesamt stabil, sagt Rainer Stöckicht von der Wittlicher Verwaltung. Waren es 2011 noch 858 Hunde, so ist die Anzahl bis 2017 auf 820 zurückgegangen und seitdem wieder leicht auf 832 Tiere gestiegen.

In der VG Thalfang ist die Zahl der Hunde von 528 im Jahr 2011 bis auf 688 im Jahr 2017 gestiegen, seitdem aber wieder auf 639 zurückgegangen. Hier werden die Hundebesitzer, wie in anderen Kommunen auch, immer mehr sensibilisiert, die Verunreinigungen ihrer Vierbeiner zu entfernen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Hundezahlen und den aus unsachgemäßer Tierhaltung resultierenden Problemen sei nicht erkennbar, teilt die Thalfanger Verwaltung mit.

Ist die Tendenz einer zunehmenden Anzahl an Hunden repräsentativ für ganz Deutschland?  Eher nicht, sagt Birgit Büttner vom Verband für das deutsche Hundewesen, dem größten Dachverband dieser Art in Deutschland. Zwar gebe es keine deutschlandweiten Erhebungen über die Anzahl an Hunden.

Auch der Städtetag führe keine entsprechende Statistik. Doch gehe man im Verband eher davon aus, dass die Anzahl der Hunde insgesamt konstant bleibe und höchstens leicht ansteige.