Mehr junge Familien sollen ins Dorf
Die Gemeinde Ürzig investiert über eine halbe Million Euro in ein neues Baugebiet im Ortsteil Ürziger Höhe. Dort entstehen 21 Bauplätze. Im Rat wird noch geprüft, ob die Häuser an eine zentrale Nahwärmeversorgung angeschlossen werden sollen. Gedacht ist an ein Blockheizkraftwerk, betrieben mit Biomasse und Gas.
Ürzig. Arno Simon, Ortsbürgermeister von Ürzig, ist sich sicher: "Ein solch attraktiver Standort, von dem aus die Mittelzentren Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues und Wittlich in etwa zehn Minuten zu erreichen sind, ist für viele Bauherren interessant." Die 1000-Einwohner-Gemeinde hat auf der Ürziger Höhe im Distrikt "Vor'm Wehrbüsch" ein Baugebiet mit 21 Baustellen ausgewiesen. Die einzelnen Grundstücke werden eine Größe zwischen 500 und 800 Quadratmeter umfassen. Rund 530 000 Euro investiert die Gemeinde in das Projekt. Die Ausschreibung für den Straßen- und Kanalbau ist erfolgt, Simon hofft, dass Mitte dieses Jahres die Bagger anrollen können. Was ein Grundstück letztlich kosten wird, ist noch unklar. Simon nennt einen Preis zwischen 50 und 70 Euro pro Quadratmeter. Simon erhofft sich einen Zuzug junger Familien, "damit mehr Kinder ins Dorf kommen".
Unklar ist noch die Frage der Energieversorgung für die Neubauten. Dem Gemeinderat liegt ein Angebot der Stadtwerke Trier vor, die das Baugebiet mit Nahwärme versorgen wollen. Das System basiert auf einem mit Gas oder Biomasse (Pellets) betriebenen zentralen Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme erzeugt. Durch die anfallende Abwärme wird das Heiz- und Brauchwasser des Nahwärmenetzes erhitzt und über isolierte Leitungen zu den Häusern gepumpt. Blockheizkraftwerke gelten wegen ihrer höheren Effizienz bei der Energie-Gewinnung als umweltschonend. Das System kann aber nur realisiert werden, wenn sich alle künftigen Bauherren dafür entscheiden. Der Vorteil: Das Haus braucht keine eigene Heizanlage, der Bauherr muss allerdings eine einmalige pauschale Anschlussgebühr in Höhe von 5000 Euro zahlen.
Die Gemeinde will weitere Angebote einholen. Der Gemeinderat wird sich auf seiner Sitzung Mitte Mai mit dieser Thematik befassen und dann voraussichtlich auch darüber entscheiden, ob das Baugebiet mit Nahwärme versorgt werden soll.