Mehr Kontrolle über kontrollierte Abstürze

Mehr Kontrolle über kontrollierte Abstürze

WITTLICH. Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land fordert mehr Aufklärung über die Notfall-Prozeduren der US Air Base Spangdahlem. Das Thema beschäftigte die Anwesenden bei der jüngsten VG Ratssitzung am Donnerstag. Zudem wurden die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Sehlem und die Abnahme der Jahresrechnung 2005 genehmigt.

Die Fraktionen in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sind sich einig: Eine Situation wie nach dem Flugzeugabsturz einer amerikanischen F-16 bei Oberkail am 14. September darf sich nicht wiederholen. Die Gemeinden und Bürger müssen besser informiert sein über festgelegte Absturzbereiche und Notfallprozeduren. Dies fordert der VG-Rat in einer Resolution, die am Donnerstag, 26. Oktober, verabschiedet wurde. Nach dem kontrollierten Absturz des Kampfjets auf einem Feld herrschte große Unsicherheit insbesondere über die Tatsache, dass der Absturzort in der Nähe von Siedlungen lag, sagte Manfred Hower, Fraktionsvorsitzender der FWG Wittlich-Land, der den Resolutionsantrag stellte. Bevölkerung und Gemeindeverwaltungen waren vor dem Ereignis großenteils unwissend, dass das Gebiet außerhalb Oberkails für den Notfall eines kontrollierten Absturzes vorgesehen war. In einem Brief an den Verbandsbürgermeister sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Brost: "Der Ort Oberkail mit seiner Bevölkerung im Kreis Bitburg-Prüm entging nur knapp einer Katastrophe. Die Nähe unserer VG zur Air Base Spangdahlem wirft zum Schutz unserer Bürger erhebliche Sicherheitsfragen auf." Die Resolution fordert die nötige Aufklärung

Derzeit gibt es keine Bereiche in der VG Wittlich-Land, die für einen kontrollierten Absturz bestimmt sind, sagte Verbandsbürgermeister Christoph Holkenbrink. Das Gebiet bei Oberkail, das nahe der Grenze zum Landkreis Bernkastel-Wittlich liegt, ist hierfür in Zukunft ebenfalls untersagt. Die Luftwaffendienststelle Führung Luftwaffe Abteilung III in Köln-Wahn habe stattdessen den Truppenübungsplatz Baumholder ins Auge gefasst. Eine endgültige Regelung ist jedoch noch nicht festgesetzt, und der Rat beschloss, die Initiative zu ergreifen. Die Resolution fordert alle verantwortlichen Stellen bei Bund und Land auf, die für einen kontrollierten Ausstieg festgelegten Absturzbereiche zu veröffentlichen und für die nötige Aufklärung zu sorgen. Betroffene Kommunen sollen in die Festlegung der Absturzbereiche mit eingebunden werden. Des weiteren fordert die Verbandsgemeinde, dass unmittelbar nachdem die Möglichkeit eines kontrollierten Ausstiegs feststeht, die zuständige zivile Einsatzleitstelle informiert wird, und dass regelmäßig Notfallübungen abgehalten werden. Eine ähnliche Resolution wurde bereits von der Verbandsgemeinde Bitburg-Prüm verabschiedet. Nach einiger Diskussion stimmten alle Ratsmitglieder bis auf zwei Enthaltungen für die Resolution. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die die Jahresrechnung 2005. Diese schloss mit einer freien Finanzspritze von rund 93 000 Euro ab. Sowohl im Verwaltungs- wie auch im Vermögenshaushalt hielten sich Soll-Einnahmen und Soll-Ausgaben die Waage. Die langfristige Verschuldung zum Jahresende beläuft sich auf rund 3,6 Millionen Euro und liegt damit knapp 48 000 Euro unter dem Vorjahresbetrag. Mit Schulden in Höhe von 164 Euro pro Einwohner liege Wittlich-Land damit weit unter dem Landesdurchschnitt von 320 Euro pro Einwohner bei vergleichbaren Verbandsgemeinden. Die Jahresrechnung wurde einstimmig angenommen. Holkenbrink sagte, dass die wirtschaftliche Entwicklung sich weiter verbessern würde. Im nächsten Jahr erwarte die Verbandsgemeinde zusätzliche 400 000 bis 500 000 Euro aus Steuereinnahmen.

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