Mehr Leben ins Dorf

GONZERATH. (urs) Der gerade ins Leben gerufene Gonzerather Heimatverein ist alles andere als ein Papiertiger. Fachkundige Mitglieder haben dies Stein für Stein untermauert.

Am Gonzerather Kriegerdenkmal hatte der Zahn der Zeit sichtlich genagt. 1920 vom Theaterverein "Fideler Bauer" in eine Art Grotte integriert, stellte es zunehmend eine Gefahr dar. Nachdem sich erste Steine gelockert hatten, stufte der neue Heimatverein die Renovierung als dringend ein. Die Maurer des Vereins, Willi Alt, Berni Schmitt und Günter Donel, rückten daher der wackligen Konstruktion mit Mörtel und Maurerkelle zu Leibe und stellten im Eingangsbereich der Kirche wieder sichere Verhältnisse her. Derweil machten andere Moos und Wildwuchs den Garaus und pflanzten Blumen. Bei der Arbeit hatten die Helfer Aufnahmen von der Einweihung vor Augen. Auf den Fotos war nicht nur die übliche Honoratiorenriege zu sehen, sondern auch eine "lebendige Muttergottes". Diese schwebte hoch oben in der Grotte, als Vorgängerin der heutigen Madonnenstatue, über Frauen und Kindern. Nachdem das Kriegerdenkmal renoviert ist, legen die heimatverbundenen Gonzerather die Hände aber nicht etwa in den Schoß. Die nächsten Projekte stehen laut Vereins-Chef Willi Gorges, der in Kürze auf das 100. Mitglied hofft, bereits fest. So soll eine Info-Tafel samt Ortsplan, Rad- und Wanderwegen sowie Sehenswertem der Umgebung den Dorfplatz aufwerten. Unabhängig davon setzt der Verein den "Schackberg"-Serpentinenweg instand und renoviert das gleichnamige Kreuz wie auch das "Wederather" Kreuz. Weitere Projekte sind die Erstellung einer Dorfchronik, die Internet-Präsenz und die Gründung einer Theatergruppe, für die der Verein einen "Regisseur oder Verantwortlichen" sucht. Was das Heimatverein-Team anspornt, ist die enorme Unterstützung der Bevölkerung. "Alle Leute, die ich gefragt habe, haben sofort ja gesagt", sagt Gorges über die spontane und unentgeltliche Hilfsbereitschaft. Schriftführerin Anja Klingel hofft, dass "alte Bräuche im Wandel der Zeit nicht verloren gehen." Auch in zehn Jahren sollte es noch ein "Osterklappern" geben. Da bei heute sechs Messdienern die Chancen dafür aber schlecht stehen, will der Verein auf die Kinder zugehen. Karl-Heinz Fuchs fallen auf Anhieb weitere Aktivitäten ein, wie Maibaumsingen mit Bändertanz oder ein Krippenwanderweg zur Adventszeit. Hauptsächlich gehe es darum, das "dörfliche Bild" hervor zu heben. Er wünscht sich, "dass das Geschehen noch mal mehr in den Dorfmittelpunkt kommt", was sich durch die Schackberghalle an den Ortsrand verlagert habe. Wichtig sei, dass die gesamte Bevölkerung wieder auflebe: "Das war alles eingeschlafen."