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Mehr Licht und Raum für junge Fichten

Mehr Licht und Raum für junge Fichten

Die Holzernte bedeutet eine Einschränkung des Naturgenusses für den Wanderer, ist sie doch mit (Motorsägen- und Maschinen-)Lärm verbunden und bringt eine Sperrung des betroffenen Waldgebietes mit sich. Dennoch ist sie notwendig, um den Rohstoff Holz zu ernten.

Erbeskopf. Etwa 500 Meter nordöstlich der Radarkuppel am Erbeskopf wird derzeit Fichtenstarkholz geerntet. Dabei werden gezielt über der schon gesicherten Naturverjüngung der Fichtenfolgegeneration hiebsreife Altbäume genutzt, um den jungen Fichten Licht und Raum zum Wachsen zu geben. "Es findet kein Kahlschlag statt, sondern es werden einzelne Bäume entnommen oder über einer mindestens zwei Meter hohen Fichtennaturverjüngung geräumt, sodass eine Offenlage des Waldbodens mit den damit verbundenen Nachteilen, zum Beispiel Nitratmobilisierung, vermieden wird", erklärt Forstdirektor Gerd Womelsdorf, Leiter des Forstamtes Idarwald.
Die starken Fichtenstämme werden über ein kombiniertes Holzernteverfahren mit dem Forstspezialschlepper an den Waldweg gerückt, nachdem sie zuvor unter Einsatz der Motorsäge gefällt worden sind. Erst am Waldweg wird der Rohschaft in die verschiedenen Holzsortimente (Sägeholz, Spanplattenholz, Palettenholz) eingeschnitten.
"In dieser Zeit stellt das Holzeinschlag-Gebiet eine Baustelle dar, und wie auf jeder Baustelle in der Stadt auch, darf aus Sicherheitsgründen diese nicht betreten werden", so der Forstamtsleiter. Hierfür werden täglich vor Arbeitsbeginn die Zugangslinien und Waldwege, die in das Einschlag-Gebiet hineinführen, mit weiß-rotem Absperrband und/oder Informationsbannern gesperrt. Die Absperrungen sind jeweils zeitlich begrenzt. "Die Sperrung des Waldes ist nach dem Landeswaldgesetz vorgesehen, eine Missachtung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar", erläutert Gerd Womelsdorf. Der Forstmann bittet die Waldbesucher um Verständnis, wenn in dieser Zeit das Gebiet nicht betreten werden darf und der Naturgenuss zeitweise beeinträchtigt wird. Die nasse Witterung der letzten Wochen macht den Boden weich und schlammig und sorgt auch für Verzögerungen, weil die Forstleute bemüht sind, Schäden an Rückegassen und Wegen auf ein Minimum zu beschränken. Er weist darauf hin, dass von der laufenden Holzernte immer nur sehr kleine Teile seines Amtsbezirks betroffen sind. Es bleiben große Waldareale für einen ungetrübten Naturgenuss übrig, wo keinerlei Lärm und Schlamm die Erholung des Waldbesuchers beeinträchtigen.red