Mehr Luft und Licht für Trarbach

Was lange währt, wird endlich gut: Für ein ganz wichtiges Projekt im Stadtteil Trarbach stimmt das seit gestern. Das mehrstöckige und seit Jahren leer stehende Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde darf dem Erdboden gleichgemacht werden. Über die Folgenutzung sollen sich Architekten in einem Wettbewerb Gedanken machen.

Traben-Trarbach. Die Telefondrähte glühen geradezu an den beiden ersten heißen Tagen der Woche. Gespräch mit dem Traben-Trarbacher Stadtbürgermeister, mit dem Pressesprecher der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), mit dem Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde (VG) Traben-Trarbach und gleich mehrere Telefonate mit dem Bürgermeister der VG Traben-Trarbach sowie der Pressesprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier. Dann kommt die gute Nachricht aus Trier, die zu diesem Zeitpunkt noch niemand in Traben-Trarbach kennt: Der sogenannte Blockbereich in unmittelbarer Nähe des Verwaltungsgebäudes der VG im Stadtteil Trarbach darf abgerissen werden, sagt ADD-Pressesprecherin Miriam Lange. Darauf hätten sich GDKE, der Kreis Bernkastel-Wittlich als untere Denkmalschutzbehörde und ihre Behörde geeinigt.
Die Bedingung: Zeitnah wird hinterher darüber entschieden, wie das Gelände genutzt und weiterentwickelt wird. Dafür soll ein Architektenwettbewerb Ideen entwickeln. Damit endet eine seit Jahren andauernde Diskussion. Stadt und VG wollten einen Abriss ohne Vorbedingung. Die Denkmalbehörde GDKE wollte nur dann ihre Zustimmung geben, wenn vorher eine verbindliche Planung für eine Folgenutzung auf dem Tisch liegt.
Was lange währt, wird endlich gut: Dieser Spruch passt hier genau. Bereits 2011 schien es nur noch eine Frage von Monaten, bis Bagger, Raupen und Lastwagen anrücken können. Schon damals sah der mehrstöckige Gebäudekomplex, der zwischen VG-Verwaltung und Grabenstraße liegt, nicht mehr gut aus. Die Stadt hatte die neun zusammenhängenden und leer stehenden Häuser für 700 000 Euro gekauft (der TV berichtete). Im Rahmen der Stadtsanierung sagte das Land 500 000 Euro zu, die für den Abriss genutzt werden sollten. Das Problem: Mehrfach wies Stadtbürgermeister Patrice Langer darauf hin, dass diese Förderung Ende 2016 ausläuft. "Wenn bis dahin nichts passiert, haben wir dort für die nächsten 20 Jahre eine Ruine", sagt er noch am Montag dem TV.
Vergangene Woche gab es ein Gespräch zwischen allen Beteiligten: Danach war vorsichtiger Optimismus zu hören. "Offiziell gibt es aber noch nichts Neues", so Marcus Heintel noch am Dienstagmorgen. Entsprechend gut gelaunt ist er, als er vom TV informiert wird. "Sehr gut. Das ist in unserem Sinne", sagt er. Wie viel der Abriss kostet, weiß er noch nicht. Das werde die Ausschreibung ergeben. Genau wie der Stadtbürgermeister sagt auch er den Architektenwettbewerb zu. Durch den Abriss des Gebäudes soll der eng bebaute Stadtteil Trarbach auch in den Genuss von mehr Luft und Licht kommen. Dasselbe Ziel verfolgte zu Beginn des Jahres auch der Abriss der alten Polizeiwache in der ebenfalls sehr engen Kirchgasse (der TV berichtete). Die Bürger sollen mehr Lebensqualität bekommen. Speziell die Neugestaltung des Geländes an der VG-Verwaltung sei von großer Bedeutung für die Stadt und ihre Menschen.Meinung

Architekten an die Arbeit
Mit Superlativen sollte man vorsichtig umgehen. Die Entscheidung für den Abriss des sogenannten Blockbereichs ist aber für den Stadtteil Trarbach von existenzieller Bedeutung. Vor allem sehen die Bürger, dass sich doch etwas bewegt. Erst die alte Polizeiwache in der Kirchgasse, jetzt das Karree an der VG-Verwaltung. Wenn der Block gefallen ist, werden sie erst einmal tief durchatmen. Wie soll das freiwerdende Gelände genutzt werden? Bei der Parksituation in der Altstadt liegt die Antwort mancher Anwohner auf der Hand. Doch damit wäre der Platz verschenkt. Da muss es etwas Sinnvolleres geben. Architekten an die Arbeit! c.beckmann@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund