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Mehr Platz für prima Sportsjugend

Mehr Platz für prima Sportsjugend

WITTLICH. Der Hallenbedarf der Wittlicher Sport treibenden Vereine geht weit über das Angebot hinaus. Der Mehrbedarf der Schulen führt schon jetzt zu großen Einschränkungen. Die Forderung nach einer neuen Großsporthalle wird immer lauter. Stadt-Pressesprecher Ulrich Jacoby macht aber deutlich: "Die finanziellen Mittel stehen nicht zur Verfügung."

"Wenn neben der Grundschule Friedrichstraße mit der Dualen Oberschule eine weitere Wittlicher Schule Ganztagsschule wird, dann können wir unsere Jugendabteilung zumachen", sagt Axel Weinand, sporttechnischer Leiter der Handballspielgemeinschaft (HSG Wittlich). Er sieht das ehrenamtliche Engagement der vergangenen Jahre ad absurdum geführt, wenn die Stadt nicht endlich "ihren Pflichten nachkommt". Mehr als 300 der rund 500 Mitglieder der HSG, darunter mehr als 200 Jugendliche, sind in 21 Jugend- und fünf Seniorenmannschaften aktiv. "Hierfür steht uns gemeinsam mit den anderen Vereinen mit der BBS-Halle nur eine für Handball geeignete Spiel- und Trainingsstätte zur Verfügung", sagt Weinand. Er stellt fest, dass seit 2002 durch den Mehrbedarf der Schulen die Belegungszeit für Vereine in den Hallen um 24 Stunden reduziert worden sei und die Aktivenzahl bei der HSG im gleichen Zeitraum stark zugenommen habe. Fast alle Hallen werden mittlerweile bis 17 Uhr und darüber hinaus von den Schulen genutzt. "Deshalb werden vor allem die Trainings-Möglichkeiten für die Jugend stark eingeschränkt", erklärt der HSG-Sportleiter. Er fordert den Wittlicher Stadtrat auf, der jahrzehntelangen Diskussion um eine Großsporthalle "endlich Taten folgen zu lassen". Gefrustet ist auch Petra Thetard, Geschäftsführerin des Wittlicher Turnvereins (WTV). "Die Trainingszeiten der Turner, Fechter, Badminton-Spieler, Basketballer und Trampolinturner sind seit Schuljahresbeginn total beschnitten worden", sagt sie. Der WTV betreut mehr als 800 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, und das fast ausschließlich in Hallensportarten. Insgesamt zählt der Verein 1400 Mitglieder und hat 70 Übungsleiter. Petra Thetard schildert die Folgen für den Verein vor allem durch die stark gestiegene Belegung der Hallen durch die Schulen in den Nachmittagsstunden: "Mutter-Kind-Gruppen und Kinderturnen, all die Angebote besonders für die jungen Familien, sind kaum noch möglich." Außerdem weist sie auf die städtischen Richtlinien für die Vergabe der Hallennutzungszeiten von 1986 hin, die dringend überarbeitet werden müssten. "Die hier festgelegte vorrangige Berücksichtigung des Leistungssports und von höheren vor niedrigeren Spielklassen, die auch von der Stadt strickt eingehalten wird, muss bei immer geringer werdenden Hallenkapazitäten verändert werden", lautet ihre Forderung. Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadt Wittlich, bestätigt den Mehrbedarf der Schulen. Gestiegene Schülerzahlen, das neue Angebot eines Leistungskurses Sport für die Oberstufen am Cusanus-Gymnasium und neue schulische Angebote in Kooperation mit Vereinen sowie die Ganztagsschulen nennt er als Gründe für die Entwicklung, unter der nun die Vereine leiden. Diese schulischen Anforderungen an die Hallen würden nach der Prioritätenliste vom 16. April 1986 grundsätzlich vorrangig vor allen anderen Belegungen berücksichtigt und damit keinen Handlungsspielraum für die Vergabe lassen. "Durch interne Verschiebungen wurden bisher immer Lösungen gefunden", sagt Jacoby weiter. Er bestätigt allerdings die Forderung nach einer Großraumhalle, macht aber deutlich, dass dafür die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen.