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Mehr Platz für Zweijährige in Morbach

Mehr Platz für Zweijährige in Morbach

Für rund vier Millionen Euro schafft Morbach Raum für Kinder: Allen der voraussichtlich rund 100 Zweijährigen der Einheitsgemeinde soll eine Betreuung in einem Kindergarten ermöglicht werden. Dafür wird nicht nur viel Baumaterial bewegt.

Morbach. Eltern von zweijährigen Kindern haben Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte oder einem Kindergarten in "zumutbarer Entfernung". Seit dem 1. August lässt sich dieser Anspruch auch einklagen. In der Einheitsgemeinde Morbach greift man dem Schritt zum Gericht vor. "Wir wollen für 100 Prozent aller Zweijährigen einen Platz anbieten und damit die Gemeinde auch für Berufstätige attraktiv halten", sagt Theo Gätz, Büroleiter der Gemeindeverwaltung. Die zumutbare Entfernung bezieht sich dabei auf das Gebiet der Einheitsgemeinde."

Um allen voraussichtlich rund 100 Zweijährigen ab August 2011 die ersten Plätze anbieten zu können, rollen in Morbach ab Frühjahr 2011 die Bagger an.

Die Kindergärten Gonzerath und Morscheid sollen um Nebenräume erweitert werden (der TV berichtete). Auch der Kindergarten Hundheim wird umgebaut. "Da sind aber noch einige Details offen", sagt Gätz. Da der Bau auf zwei Ebenen genutzt werde, müsse man noch Berechnungen und Untersuchungen anstellen. Eine Idee sei es, die Anlage auf eine Etage zu reduzieren, um die Einrichtung behindertengerecht zu gestalten.

Das Herzstück der Pläne entsteht aber in Morbach selbst: Im Neubaugebiet "Auf der Huhf" soll ein neuer Kindergarten mit Kinderkrippe gebaut werden. Hier wird das DRK-Sozialwerk auch eine integrative Gruppe mit fünf behinderten Kindern einrichten.

Ortsbeiräte stimmen über Kindergartenpläne ab



Die bestehende Gruppe in Bischofsdhron für acht Behinderte wird im Gegenzug aufgelöst, um Platz für zweijährige Kinder zu schaffen. Insgesamt werden rund vier Millionen Euro investiert. Auf den Neubau in Morbach entfallen rund 2,5 Millionen, auf Gonzerath, Morscheid und Hundheim je rund 500 000 Euro. Den größten Teil zahlt die Einheitsgemeinde. Das Land gibt Zuschüsse - bislang rechnet die Gemeinde mit rund 500 000 Euro. Das DRK und Aktion Mensch zahlen zusammen 125 000 Euro für die integrative Kindergruppe. Über mögliche Zuschüsse vom Kreis werde derzeit noch beraten, sagt Gätz. Durch den Ausbau wird zudem voraussichtlich eine halbe Stelle pro neuer Gruppe geschaffen. Dazu kommen neue Arbeitsplätze bei einer Ganztagsbetreuung. Die Ortsbeiräte stimmen in den kommenden Tagen über die Kindergartenpläne ab - mit einer Ablehnung wird allerdings nicht gerechnet.

Die aktuelle Situation und Pläne in den Kindergärten:

Bischofsdhron: Zwei Regelgruppen (50 Plätze) sind vorhanden. Zurzeit könnten zwölf Zweijährige aufgenommen werden. Zusätzlicher Raum soll mit der Verlegung der Behindertengruppe (acht Plätze) nach Morbach geschaffen werden.

Gonzerath: Die 50 Plätze der zwei Gruppen decken schon jetzt nur knapp den Bedarf. Eine weitere Gruppe soll entstehen, für die Ganztagsbetreuung wird ein Nebenraum gebaut. Die Planungen laufen bereits.

Hundheim: Zwei Regelgruppen mit 50 Plätzen bestehen bereits. Eine Aufnahme von Unterdreijährigen ist möglich. Das Gebäude muss aber saniert werden, was sich aufgrund der Nutzung auf zwei Ebenen als problematisch erweist. Die Planungen dafür dauern deshalb noch an.

Merscheid/Weiperath: Jeweils drei Regelgruppen (75 Plätze) sind vorhanden. Der Platz reicht aus, lediglich kleinere Umbauten sind laut Gemeinde erforderlich. Diese werden noch in diesem Jahr ausgeführt. In Merscheid soll auch eine geregelte Ganztagsbetreuung möglich werden. Dafür wird auch die Küche ausgebaut.

Morscheid: Zwei Regelgruppen mit 50 Plätzen. Ein Anbau soll entstehen, um Unterdreijährige aufnehmen zu können. In dem Neubau sollen auch Räume für die Jugend- und Vereinsarbeit der Ortsbezirke Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg eingerichtet werden. Der Planungsauftrag ist bereits erteilt.

Morbach: Geplant wird auch der Kindergarten "Auf der Huhf", der zusammen mit dem DRK errichtet wird. Er soll entweder drei oder vier Gruppen beherbergen. Zum jetzigen Stand soll darunter eine integrative Gruppe für zehn Regelkindergartenkinder und fünf behinderte Kinder sein.