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Mehr Platz, viele Anschaffungen und noch mehr Fragen

Kindergarten : Kindergarten „Kindertreff Midale“ in Manderscheid gibt in Sachen gesetzlicher Kita-Anspruch Gas

Im Kindergarten „Kindertreff Midale“ hat laut Gesetz bald jedes Kind einen Anspruch darauf, den Kindergarten über sieben Stunden täglich zu besuchen. Dafür muss noch viel getan werden.

„Wir müssen!“, das ist das Ergebnis, das Stadtbürgermeister Günter Krämer aus den Gesprächen, Treffen und Schreiben mit verschiedenen Gremien, wie dem Bistum oder der Kreisverwaltung zum Thema Kindergarten herausliest. „Wir müssen die Mehrkosten an Sachkosten stemmen, die das Bistum nicht zahlt, wir müssen neue Küchengeräte anschaffen und unserer Köchin sagen, mit welchen Geräten sie arbeiten muss und wir müssen einen Planer beauftragen, der uns sagt, wie wir den Kindergarten erweitern sollen“, erklärt er resigniert und sauer in der Stadtratssitzung.

Zunächst einmal ging es um einen Sachkostenzuschuss für den Kindergarten, der seit 2017 kontinuierlich steigt, von 18 600 Euro im Jahr 2017 auf 24 600 Euro in 2019. Das Zuschuss des Bistums bleibt immer bei der gleichen Summe: 4800 Euro, sonstige Zuschüsse in Höhe von 2500 Euro kommen dazu und die Stadt muss den Rest bezahlen. Günter Krämer, erklärt: „Ich habe dann mal beim Bistum nachgefragt, ob sie sich nicht auch an den steigenden Sachkosten beteiligen wollen, aber da ist nichts zu machen. Also müssen wir wieder zahlen.“

Weiter ging es mit dem Thema Küche. Dort war der Fachbereich Veterinärdienst, Landwirtschaft und Weinbau zu einer Begutachtung der Küchensituation. Für die Erteilung der Betriebserlaubnis im Rahmen des Kita Zukunftsgesetzes muss die Möglichkeit geschaffen werden, für 65 Kinder und drei Erzieherinnen ein Mittagessen anbieten zu können. Dazu muss unter anderem ein Kombidämpfer mit vier Einschüben angeschafft oder ein Waschbecken ersetzt werden. Darin, dass sich im Küchenbereich der Kita etwas ändern muss, besteht Einigkeit im Rat, denn momentan wird im Obergeschoss gekocht, im Erdgeschoss gegessen und die Lagerräume sind im Untergeschoss. „Was unser Küchenpersonal da momentan leistet, verdient wirklich Respekt“, so Krämer. Was aber auf Unverständnis stößt, sind die Vorgaben der Geräte, die zum Kochen genutzt werden sollen.

Die Kinderbedarfsentwicklung für den Kindergarten zeigt, dass bis 2023/2024 voraussichtlich neun Kindergartenplätze fehlen werden. Weil die Kinder auch alle im Gebäude schlafen und Essen können sollen, zeichnet sich ein Engpass bei den Räumlichkeiten ab. Es gibt, gegenüber des Kindergartens, eine Mietwohnung, die der Stadt gehört und die man in die Raumplanung einbeziehen könnte. Günter Krämer: „Der Kindergarten hat sich schon einmal Gedanken gemacht, wie man die Kita erweitern könnte. Ich habe die Adressen von verschiedenen Architekten bekommen, die auf Kindergärten spezialisiert sind und wir sollen uns ein Konzept erstellen lassen. Wobei wir für die Umsetzung sieben Jahr Zeit hätten.“

Die Ratsmitglieder, die einen Grundsatzbeschluss über die Konzeptplanung fassen sollten, sehen aber Gesprächsbedarf. Denn zum einen ist ihnen der Zeitraum der Umsetzung bis zu sieben Jahren nicht klar, wenn das Gesetz doch im nächsten Jahr in Kraft tritt, außerdem wollen sie die Bedarfsermittlung hinterfragen und klären, ob nicht einer der beiden Architekten der Verbandsgemeinde die Konzeptplanung übernehmen kann. Den Grundsatzbeschluss hat der Rat vertagt. Anfang nächsten Jahres möchte man sich Vertreter der Gremien in eine Sitzung einladen, um mit ihnen das weitere Vorgehen zu besprechen.