Mehr Raser auf den Straßen im Hunsrück

Mehr Raser auf den Straßen im Hunsrück

Mehr Unfälle, mehr Verletzte: Die Unfallstatistik 2012 der Polizeiinspektion (PI) Morbach zeigt einen negativen Trend. Häufigste Unfallursache ist nach wie vor "nicht angepasste Geschwindigkeit". Besonders oft krachte es auf der Hunsrückhöhenstraße.

Morbach. Am 24. September ereignet sich auf der Hunsrückhöhenstraße (B 327) zwischen Hundheim und Wenigerath eine Tragödie. Ein Kleintransporter mit zwei Insassen stößt mit einem Auto, in dem sich eine 32-jährige Frau und ihre zwei Kinder befinden, frontal zusammen. Die Frau aus dem Raum Simmern stirbt an der Unfallstelle, ihre beiden Kinder, eineinhalb und drei Jahre alt, werden schwer verletzt. Auch die beiden Insassen des Kleintransporters müssen wegen ihrer schweren Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser geflogen werden. Es ist der einzige tödliche Unfall im vergangenen Jahr im Einzugsbereich der Polizeiinspektion Morbach.
Die PI ist zuständig für die Einheitsgemeinde Morbach, die Verbandsgemeinde (VG) Thalfang und die Gemeinden Kleinich und Hochscheid in der VG Bernkastel-Kues. Im Jahr 2010 waren sechs Verkehrstote zu beklagen und 2011 kam ein Mensch ums Leben. Polizeihauptkommissar Thomas Haupenthal sagt: "Auch ein tödlicher Unfall ist einer zu viel."
Der Abschnitt der B 327 zwischen Hundheim und Wenigerath gehört zu den unfallträchtigsten im Hunsrück. Auch zwischen Morbach und Thalfang kracht es besonders häufig, vor allem zwischen der Haarnadelkurve Schalesbach und der Einmündung der L 150, die zur Autobahnauffahrt Mehring führt. Die schlimmste Stelle mit 13 Unfällen im vergangenen Jahr ist aber die erste scharfe Rechtskurve der B 327 unterhalb von Immert in Richtung Morbach. Haupenthal zieht eine ernüchternde Bilanz: "Es sind wieder mehr Menschen durch Verkehrsunfälle verletzt worden."
Die Zahlen: 101 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, ein Jahr zuvor waren es 93. Insgesamt registrierte die PI Morbach 689 Verkehrsunfälle, das sind 63 mehr als im Jahr 2011.
Ein Hauptgrund: Es wird mehr gerast. Gab es im Jahr 2011 noch 78 Unfälle wegen "nicht angepasster Geschwindigkeit", so erhöhte sich die Zahl im vergangenen Jahr auf 93.
20-mal waren bei Unfällen Motorräder beteiligt. Diese Zahl hat sich kaum verändert. Erfreulich: LKW-Unfälle waren rückläufig. 2012 waren es 77, das sind 15 weniger als im Jahr 2011.
Im Jahr 2010 war die Zahl der Unfälle mit Beteiligung junger Fahrer (18 bis 24 Jahre) auf ein Rekordhoch von 147 angestiegen und 2011 auf 110 zurückgegangen. 2012 liegt sie wieder bei 130. Dabei wurden 40 Menschen verletzt. Haupenthal: "Die Gefahr, bei Unfällen unter Beteiligung junger Fahrer verletzt zu werden, ist doppelt so hoch wie im Durchschnitt."
Bei sieben Unfällen standen die Fahrer (2011: vier) unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Gestiegen ist auch die Zahl der Wildunfälle, und zwar von 241 auf 317. Das sind 46 Prozent aller Unfälle.

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