Mehr Sicherheit für Radfahrer: Gefahrenstelle Friedrichstraße in Wittlich wird bald entschärft

Mehr Sicherheit für Radfahrer: Gefahrenstelle Friedrichstraße in Wittlich wird bald entschärft

Wie gefährlich ist das Radfahren in Wittlich? Die Meinungen zwischen Verwaltung und Verkehrsteilnehmern dazu sind nicht immer gleich. Aber ein Gefahrenpunkt wird nun auf Anregung einer Radfahrerin entschärft.

Pia Finé wohnt seit sieben Jahren in Lüxem. Das Fahrrad ist ihr liebstes Fortbewegungsmittel für den Weg zu Arbeit, aber auch in der Freizeit. Zu oft, so sagt die 52-Jährige, vergehe ihr aber dabei der Spaß. "Ich könnte schon ein Buch darüber schreiben, wie oft ich fast umgefahren worden bin." Müll auf den markierten Streifen für Radfahrer, Gullydeckel, falsch geparkte Autos, gefährlich nahe Überholmanöver von unachtsamen Autofahrern. In ihrem Buch hätte all das eigene Kapitel.

"Wittlich ist eine Autostadt", ist sie überzeugt. Sogar in der Fußgängerzone, die mit ihrer Altstadtrunde seit 2012 explizit Radfahrtouristen locken soll, seien viele rücksichtslose Autofahrer unterwegs. Besonders in der Oberstadt, wo der Maare-Mosel-Weg auf die Burgstraße trifft.

Einer der gefährlichsten Stellen ist nach Ansicht der Dauerrradlerin aber der Bereich um den Verkehrskreisel am Ende der Friedrichstraße. "Besonders für alte Menschen und Kinder ist die unklare Situation dort eine Zumutung", schimpft sie. Den nicht gekennzeichneten Radweg vor der Bungert-Ausfahrt nennt sie gefährlich und hat in mehreren Briefen an die Stadtverwaltung auf Änderungen gedrängt.

Ihre Beharrlichkeit wird nun belohnt. "Aufgrund der Eingabe von Frau Finé soll der Fuß- und Radweg im Bereich der Be- und Entladezone der Firma Bungert mit einer zusätzlichen Bodenmarkierung versehen werden", bestätigt Jan Mußweiler, Pressesprecher der Stadt Wittlich, auf TV-Anfrage. Die schwierige Situation bei der Fahrbahnüberquerung sei aber nicht anders lösbar.

Probleme im Zusammenhang mit den in der Regel einen Meter breiten "Radfahrangebotsstreifen" oder "Schutzstreifen" in der Trierer Landstraße und der Friedrichstraße seien der Verwaltung nicht bekannt. Es gebe in Wittlich allerdings auch kein festgeschriebenes Radfahrkonzept.. Im Zusammenhang der in diesem und im kommenden Jahr laufenden Auswertung des Innenstadtentwicklungskonzepts werde aber über einzelne Schwerpunktsetzungen diskutiert, so Mußweiler.

Als Maßnahmen für Radfahrer nennt die Verwaltung E-Bike-Ladestationen (Platz an der Lieser, Burgstraße), neue Fahrradlehnbügel an der Schlossgalerie und am Marktplatz, eine kostenlose Fahrradluftpumpe (Platz an der Lieser), die Beseitigung von Sichtbehinderungen durch Glasvitrinen in der Oberen Burgstraße und am Pariser Platz sowie die optimierte Innenstadtbeschilderung für Radfahrer und Fußgänger. Mußweiler: "Die Stadtverwaltung hat auch E-Bike-Diensträder angeschafft."

Edmund Linden, Vorsitzender des Vereins Benefiz-Radler, kennt die für Radfahrer gefährlichen Stellen in Wittlich. "Im Bereich Bungert und auch im Kreisel ist es wirklich nicht einfach, vor allem wenn viel Verkehr ist." Problematisch, besonders für ältere Leute und Kinder sei auch die Verkehrsführung des Maare-Mosel-Radwegs. "Eine alternative Streckenführung ist allerdings schwierig."

Mit den Schutzstreifen in der Friedrichstraße und der Trierer Straße kann Linden sich anfreunden, auch wenn es manchmal sehr eng werde. "Wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen, ist das in Ordnung." Zumindest damit stimmt auch Pia Finé überein. "Ich fahre auch Auto. Die Menschen müssen sich mehr in die anderen Verkehrsteilnehmer hineinversetzen. Mit etwas Rücksicht wäre alles so einfach."

Eindrücke vom Radfahren in Wittlich hat Pia Finé mit ihrer Filmkamera festgehalten. Mehr dazu im Video.

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