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Mehrgenerationendorf St. Paul wächst

Wittlich : Für das „Mehrgenerationendorf“ St. Paul sind ein Ärztehaus und ein Supermarkt in Planung

Das „Mehrgenerationendorf“ genannte Neubaugebiet St. Paul vor den Toren der Stadt Wittlich wächst und wächst. In Kürze soll es im Bauabschnitt mit dem Namen „Gesundheitspark“ los gehen.

Stein für Stein und Haus für Haus: Im „Mehrgenerationendorf St. Paul“ neben dem ehemaligen Klostergebäude und dem Seniorenheim geht es vorwärts – auch wenn das Plangebiet noch zum Großteil aus unbebauten Grün­flächen besteht, was insbesondere für den 3,8 Hektar großen Bereich „Gesundheitspark“ gilt. Doch auch für diesen Bereich will die Grundstücksentwicklungsgesellschaft St. Paul (GEG) in Kürze detaillierte Pläne auf den Tisch legen. „Abgesehen von dem im Bebauungsplan als Gesundheitspark ausgewiesenen Bereich  sind derzeit über die Hälfte der übrigen Baustellen verkauft, bebaut oder konkret verplant“, sagt Norbert Schmitz, Leiter der Immobilienvermittlung bei der Sparkasse. Bislang wurden in St. Paul 15 Einfamilienwohnhäuser sowie über 100 Eigentums- bzw. Mietwohnungen errichtet.

Ein Blick auf den aktuellen Sachstand:

Bewohner: In den neu errichteten Ein- und Mehrfamilienwohnhäusern leben inzwischen 120 Menschen. Mit den Bewohnern der Seniorenresidenz St. Paul einschließlich der Fachabteilungen im ehemaligen Klostergebäude bietet St. Paul derzeit rund 300 Menschen ein neues Zuhause.

Betreutes Wohnen: Seit der Fertigstellung eines barrierefreien Wohngebäudes mit 23 Wohneinheiten besteht seit wenigen Monaten dort auch die Möglichkeit für betreutes Wohnen. Heißt: Neben einem Gemeinschaftsraum werden den Bewohnern der Anlage dort von der benachbarten Creatio GmbH frei buchbare Betreuungs­dienstleistungen angeboten. Dazu gehören unter anderem pflegerische Hilfen, Wäsche- oder Reinigungsservice, Fahrdienste, Behördengänge und ein mobiler Mittagstisch. Welchen Service die Bewohner zubuchen, können sie im Katalog auswählen. 21 der 23 Eigentumswohnungen sind bereits verkauft, Deshalb will der Investor, die Horst Schenk Entwicklungs GmbH, nun nachlegen und in unmittelbarer Nähe im Frühjahr einen weiteren Gebäudekomplex mit 13 barrierefreie Wohnungen errichten.

Mehrgenerationendorf: Im „Mehrgenerationenwohnen“ getauften Bereich, der mit Zustimmung der Lokalpolitiker kleinteiliger parzelliert worden ist (der TV berichtete), gibt es auch Bewegung. Dort steht in diesem Jahr der Bau einer weiteren Wohnanlage an, zwei Mehrfamilienhäuser sind bereits bezogen. Zudem stehen dort zwei große Gebäudekomplexe, deren Rohbau schon abgeschlossen ist, kurz vor der Vollendung. 2018 sollen insgesamt 63 neue Wohneinheiten entstehen.  „Nach wie vor läuft die Vermarktung der Wohnungen in St. Paul gut“, sagt Schmitz. „St. Paul erfreut sich zunehmend steigender Beliebtheit. Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch, was man auch  daran festmachen kann, dass derzeit bis auf drei Einheiten alle Wohnungen vermietet sind.“

Gesundheitspark: 38 000 Quadratmeter grüne Wiese: Auch fünf Jahre nach Baubeginn in St. Paul liegt der Planbereich  „Gesundheitspark“ noch brach.  Dass sich die Entwicklung dieses Dienstleistungs- und Gewerbebereichs ungleich schwieriger gestalten würde  als die Vermarktung der Wohnbaugrundstücke, sei von Anfang an zu erwarten gewesen, sagt Torsten Manikowski, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft St. Paul. „Aber da jetzt schon viele Menschen in St. Paul leben, wird es einfacher und passiert etwas.“ Zwar möchte Manikowski  die Katze noch nicht aus dem Sack lassen, aber in Kürze zu einer Pressekonferenz einladen. Dann will die Immobiliengesellschaft ihre Pläne für den Gesundheitspark auf den Tisch legen. Manikowski: „Wir haben jetzt zwei Jahre lang Ideen gesammelt und sind mit Interessenten im Gespräch.“ Neben  Massagestudios und Krankengymnastik werde auch an der Ansiedlung eines Ärztehauses und einer Apotheke gearbeitet. Manikowski: „Im Mischgebiet möchten wir auch einen hochwertigen Nahversorger ansiedeln. Wir versuchen, das bestmögliche rauszuholen.“ Auf die Frage, ob der zu Beginn genannte Zeitplan, St. Paul bis 2020 restlos zu vermarkten, noch einzuhalten sei, antwortet Manikowski: „Zu 90 Prozent ist 2020 realistisch. Insbesondere im Bereich Mischgebiet und Mehrgenerationenwohnen herrscht große Nachfrage.“

Roswitha Herres (links), erste Vorsitzende des Bürgervereins, und Maria Densborn, zweite Vorsitzende, setzen sich für das soziale Miteinander im Mehrgenerationendorf ein. Foto: Christian Moeris

Bürgerverein: Überaus prächtig in St. Paul entwickelt hat sich bislang der Bürgerverein, der mittlerweile knapp 70 Mitglieder zählt und das soziale Miteinander im Neubaugebiet fördern will. „Wir glauben an den Gedanken des Mehrgenerationendorfes,“ sagt Roswitha Herres als Vorsitzende des Vereins, der mittlerweile „Miteinander in St. Paul“ heißt. „Wir klingeln regelmäßig an allen Türen und laden zu unseren Veranstaltungen ein.“ Die Gemeinschaft der Bewohner, darunter auch jüngere Menschen, trifft sich regelmäßig zum Kaffee, unterhält einen Stammtisch, geht gemeinsam wandern und  hilft sich an allen Ecken und Enden, erklärt Herres. „Wenn jemand bei der Betreuung eines Kindes Unterstützung braucht, oder beim Einkaufen, dann versuchen wir zu helfen.“ Zusätzlich will der Bürgerverein in Kürze eine Homepage ans Netz bringen, auf welcher die Bewohner dann ihre Wünsche und Anfragen äußern können und die dem Verein als eine Art virtuelles Büro dienen soll.