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Mehrgenerationenwohnen auf flexible Art: Baugebiet St. Paul in Wittlich bedient Investorenwünsche

Mehrgenerationenwohnen auf flexible Art: Baugebiet St. Paul in Wittlich bedient Investorenwünsche

Unübersehbar zeugen Baukräne vom Immobilienwachstum rings um das Missionshaus St. Paul. Dort stehen zwar längst Altenheim, Mehrfamilienhäuser und Eigenheime, aber es sind noch mehr Baugrundstücke zu haben. Etwa im „Mehrgenerationenwohnen“ getaufte Bereich, der gerade mit Zustimmung der Lokalpolitiker für Investoren optimiert worden ist.

Es gibt zwei besondere, großflächige Neubaugebiete in Wittlich: Das eine liegt im Konversionsgebiet Vitelliuspark und ist eine Folgenutzung ehemals vom Militär beanspruchten Geländes. Das andere liegt am ehemals von einem Orden besiedelten Gebiet St. Paul und ist eine Folgenutzung ehemals von den Steyler Missionaren genutzten Geländes.

Als die Männer mit der religiösen Mission ihren Standort nebst Kirche verkaufen wollten, wurde alles zum Investorenprojekt (der TV berichtete mehrfach) mit wechselnden Verantwortlichen und wechselnden Plänen. Sternehotel, Klinik für traditionelle chinesische Medizin und nicht zuletzt ein ganzes Mehrgenerationendorf sollten entstehen. Auf den früheren Feldern teils Dorfer Gemarkung nahe Bombogen und Wengerohr sind vor allem eins entstanden: Heim- und Wohnneubauten von Investoren und privaten Nutzern.

Immerhin: Es gibt einen Verein, der ein Miteinander der Bewohner des Neubaugebietes fördern will, im Idealfall zwischen den Generationen. Die sollen künftig besonders im "Mehrgenerationenwohnen" getauften Bereich eben auf besondere Art zusammenleben. Das kann, wer will künftig in relativ "normalen" Mehrfamilienhäusern mit sechs bis acht Wohneinheiten die auf einem Dutzend Grundstücken von 900 bis 1660 Quadratmetern um eine mehr als 2000 Quadratmeter große gemeinsame Grünfläche liegen können. Diese neue Aufteilung haben aktuell die Mitglieder des Bauausschusses als auch des Stadtrates beschlossen.

Zur Begründung dieser ersten Änderung des Bebauungsplans St. Paul, zweiter Bauabschnitt, hieß es, ursprünglich habe man gedacht, dass sich das Gesamtpaket in großen Blocks mit einigen wenigen Investoren realisieren ließe. Das ist offenbar am Markt vorbei gedacht gewesen. Jetzt hat man alles in die besagten Grundstücke geteilt auf denen mit zwei Vollgeschossen plus Sattelgeschoss gebaut werden kann.

Die rund 170 Parkplätze sollen dabei als Halbtiefgaragen angeboten werden. Planer Peter Stolz betonte vor den Lokalpolitikern: "Es ist immer noch kein 08/15-Baugebiet mit Einfamilienhausbebauung." Was genau der Unterschied zu 08/15-Baugebiet mit Mehrfamilienhausbebauung ist? Vielleicht das, was Torsten Manikowski, Immobilienverwertungsgesellschaft St. Paul, auf die Frage sagt, was denn nun vom "Mehrgenerationenwohnen" außer der gemeinsamen Grünfläche in diesem Areal bleibe?: "Die Idee des "Mehrgenerationenwohnens" ist nach wie vor unverändert. Der Bürgerverein ist immer noch sehr aktiv und trifft sich regelmäßig zu Veranstaltungen.

enn im Kloster ab Mitte Dezember unsere Schulungsräume der Creatio-Akademie fertiggestellt sind, werden diese Räume dem Bürgerverein zur Nutzung angeboten werden, da wir dem Verein versprochen haben, auf dem Gelände von St. Paul einen Raum für Veranstaltungen und Sitzungen zur Verfügung zu stellen. Dieser Raum kann bis zu 200 Personen aufnehmen und ist technisch vollumfänglich ausgestattet."