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Meilensteine regionaler Geschichte

Meilensteine regionaler Geschichte

Im Morbacher Archäologiepark Belginum hält die Sonderausstellung Via Ausonia ihre Türen offen. Die historische Verbindung von Trier nach Mainz feiert in diesem Jahr ihren 1800. Geburtstag.

Wederath. Rund 100 Besucher zur Eröffnung sprechen für sich. Nach einjähriger Sonderausstellungspause haben Freunde sowie bisherige und neue Partner des Museums im Morbacher Archäologiepark Belginum auf diesen Tag gewartet.
Andreas Hackethal, Bürgermeister des Trägers, der Gemeinde Morbach, begrüßte Vertreter des Rheinischen Landesmuseums, des Landes und der Uni Trier. Mit ihr sind weitere Ausgrabungen geplant.
"Es liegt uns gemeinsam sehr am Herzen, die Zukunft des Vicus Belginum in gute Bahnen zu leiten", sagte Hackethal, der dazu auch die Integrierte Gesamtschule zählt. Via Ausonia zeige, dass sich am heutigen Archäologiepark Belginum, einem Hauptverkehrsknotenpunkt, über 1800 Jahre vieles abgespielt habe. Daher werde die Gemeinde "alles daran setzen, dass das auch in den nächsten 1800 Jahren so bleibt".
Herzstücke der Ausstellung sind Panoramafotos mit dem Verlauf der Römerstraße von Trier nach Mainz sowie zwei ihrer Meilensteine. Oberhalb von Niederemmel, heute Piesport, sowie am jenseitigen Moselufer von Pölich markierten sie den Weg hinauf in den Hunsrück. Sie bezeugen Straßenbauarbeiten für den 213 geführten Germanenfeldzug von Kaiser Caracalla, der von 211 bis 217 grausam regierte.
Für Lothar Schwinden, Inschriften-Experte des Landesmuseums, steht fest, dass er über Belginum zur entscheidenden Schlacht am Main zog. Die Strecke über den Hunsrück war neben einer zweiten aus südlicher Richtung bedeutsam. Denn für römische Streitkräfte war es typisch, zangenartig gegen ihre Gegner vorzurücken.
"Die Ausstellung ist wunderbar, sehr informativ und mit schönen Exponaten", lobte Franziska Dövener aus Trier.
"Es lohnt sich, hierher zu kommen", bekräftigte Bärbel Kramer. Heinrich Hackenberg aus Kasel ist fasziniert von der Strecke, die er selbst viele Jahre zur Arbeit fuhr.
Sie seien überrascht von den vielen römischen Spuren in der Region, räumten Annemarie und Heinz Sauer aus Stolberg ein. Museumsleiterin Rosemarie Cordie dankte Kollegen für die unentgeltlich gelieferten Texte für das Begleitheft.
Passend zur Sonderausstellung gibt es ein mehrtägiges Wanderangebot der Hunsrück-Touristik: "Wandern auf dem Ausoniusweg/Hunsrücker Jakobsweg".
Bis 31. Oktober werden anlässlich von "1800 Jahren Via Ausonia 213 bis 2013" acht Prozent Rabatt eingeräumt. urs