Mein Freund, der Baum

MORBACH. (HB) Zum "Internationalen Tag des Waldes" pflanzten 25 Grundschüler Roterlen, die mit ihrem Namen versehen sind. So können sie nun Jahr für Jahr beobachten, wie ihr Baum gewachsen ist.

"Ich freue mich, wenn ich meiner Mama zeigen kann, welchen Baum ich hier gepflanzt habe, und sie freut sich bestimmt mit mir, dass ich eine Bäumchen habe", sagt Janosch Hammer aus Gonzerath stolz und zeigt auf seine Roterle. Er ist einer von 25 Grundschülern der Klasse 3 A, die mit ihrer Lehrerin Ulrike Thömmes-Masak in den Auerhahnbruch, oberhalb der Rodelbahn, im Ortelsbruch gewandert sind. "Ich finde die Aktion toll, und es ist schön, dass mein Name neben dem Bäumchen steht. Im Sommer fahre ich mit meinem Fahrrad hierhin, und schaue nach wie mein Bäumchen gewachsen ist", sagt Kevin Knoch aus Morbach.Bevor die Kinder ihre Bäume pflanzten, erklärte Büroleiter und Forstinspektor Klaus Antony, warum es einen "Tag des Waldes", einen"Baum des Jahres" und das "Jahr des Wassers" gibt und zeigte ihnen die Zusammenhänge zwischen Wald und Wasser auf, wobei jeder eine kleine Roterle zur Pflanzung geschenkt bekam.Gekennzeichnet mit ihrem Namen können die Kinder das Gedeihen ihre Bäume in den nächsten Jahren beobachten. "Die aktive Umweltbildung soll den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft bewusst machen, wie sehr das Fortbestehen von Wald und Roterlen auch unmittelbar die menschliche Existenz beeinflusst", so Antony.Lebenswichtig: Wald und Wasser

Anlass dieser Aktion, so Oberforstrat Gerd Womelsdorf, ist der "Internationale Tag des Waldes", der wie heute, am 21. März, jährlich an die Bedeutung unserer Wälder als Holzlieferant, Schutzwald, Erholungsort und über die Biotop- und Artenvielfalt erinnern soll. Ende der 70er Jahre wurde er von der Organisation Ernährung und Landwirtschaft der UNO ins Leben gerufen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Thema "Wald und Wasser", was mit dem UNO-Jahr des Wassers für 2003 gut zusammenpasst. "Das Wasser gewinnt zunehmend an Bedeutung", sagt Oberforstrat Womelsdorf. "Wald- und Wasserwirtschaft vereinen gleiche Umweltinteressen." Nicht umsonst liegen die Wasserschutzgebiete fast ausschließlich im Wald. Im Forstamt Morbach stellen 37 Prozent der Waldflächen Wasserschutzgebiete dar und es sind weitere 18 Prozent wasserwirtschaftlich schutzbedürftige Flächen. Durch Niederschlagsversickerung, Wasserhaltung und stetige Wasserspende im Jahresablauf bildet der Wald mit seiner naturnahen Bewirtschaftung die ökologische Versicherung von Wasserqualität und Quantität. Der Waldboden wirkt wie ein Schwamm, verringert den Oberflächenabfluss und gibt das Wasser über einen längeren Zeitraum langsam wieder ab, wodurch Hochwasserspitzen gebrochen werden.Hinzu kommt die Verdunstung des Wassers über die Bäume, die den Wasserüberschuss weiter begrenzt. Im Wald werden keine Dünger und Pestizide eingesetzt. "Nicht umsonst finden sich die Trinkwassergewinnungsanlagen zumeist im Wald", fügte der Experte hinzu.