Mein Sandsack - real und virtuell

Packt Sie gelegentlich auch die nackte Wut? Weil Ihr grober Chef Sie mal wieder in einem Anfall schlechter Laune völlig ohne Grund in den Senkel gestellt hat? Die Katze den neuen Sessel zerkratzt oder Ihr Lieblings-Fußballclub mal wieder das Tor nicht getroffen hat?

Dem Chef vors Schienbein treten geht nicht, es sei denn, Sie sind Ihr eigener Chef. Die Katze beschimpfen ist in der Regel ebenfalls wenig effektiv, und die müden Fußballer verfluchen - na, Sie können es sich schon denken...

Vielen hilft der Sport. Weil aber seit Tagen mein linkes Knie schmerzt, lass' ich das lieber.

Andere greifen zu Schokolade. In meinem Fall müssten es aber drei Tafeln täglich sein. Das freut zwar die Zucker-Industrie, den Zahnarzt und die Hosenhersteller, dürfte aber bei der dann bald fälligen Diät wieder ein neues Frusterlebnis auslösen. Am besten hilft noch immer der gute alte Sandsack. Drauf dreschen, was das Zeug hält. Sich austoben, bis die Arme schmerzen und der Schweiß tropft. Dabei können Sie die schlimmsten Flüche ausstoßen und Gift und Galle speien. Der Chef hört's ja nicht, und der Katze tut's nicht weh.

Falls Ihnen das aber zu gewalttätig vorkommt, hilft vielleicht der virtuelle Sandsack. Ja, den gibt es wirklich. "Hier könnt ihr Frust und Wut ablassen, aber bitte den guten Ton wahren", heißt es auf der entsprechenden Internetseite.

Aber Vorsicht: Zu langes surfen im Internet führt zu Frus trationen... will/jöl

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