Meinung : Die eigenen Probleme im rechten Licht sehen und vor allem mit anpacken

Die vergangenen Tage waren eine enorme Belastung für viele Menschen im Landkreis.

Häuser wurden überschwemmt, Stromversorgungen brachen zusammen, Straßen wurden unpassierbar. Es war eine Sintflut, die über Eifel und Mosel  gezogen ist und alle Helfer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht hat.

Aber so schlimm es auch gekommen ist: Viele Menschen haben mit Mut und Zuversicht angepackt. Es waren jene kleinen, vielleicht nebensächlichen Momente, die gezeigt haben, wie groß die Hilfsbereitschaft und die Menschlichkeit sind. In Esch strömte das Wasser durch das Dorf. Auf die Frage an eine junge Frau, ob sie schon die Feuerwehr gerufen haben, antwortete diese: „Die sind jetzt in Sehlem, da ist grad mehr zu tun. Wir kommen hier klar.“
In Dreis halfen Jugendliche beim Sandsäcke-Abfüllen. Sie waren erschöpft, aber trotzdem gefasst. Ein Feuerwehrmann sagte: „Es regnet halt. Wir tun, was wir können und  alle helfen mit.“ Währenddessen schaffte eine örtliche Kiesfirma mit ihrem Radlader mehr Sand an.

Das sind nur zwei von vielen weiteren Beispielen aus der Region.

Fast jeder, mit dem man spricht, betont außerdem, dass es die Menschen in der Nordeifel und vor allem an der Ahr schlimmer erwischt habe. Das relativiere die eigenen Probleme doch etwas. Unisono zeigt sich: Die Menschen im Landkreis packen mit an, wenn es hart auf hart kommt.

Und vor allem:  Man hörte nichts von Schuld-Zuweisungen.  Im Gegenteil: Die meisten Menschen waren dankbar dafür, dass die Feuerwehren einsatzbereit waren und vor allem frühzeitige Warnungen eingingen.  Wer aufmerksam war, konnte sich vorbereiten und das haben viele Gemeinden auch getan. Fluttore wurden frühzeitig geschlossen, Sandsäcke bereitgestellt und Spundwände eingezogen. Man kann nicht alle Katastrophen verhindern. Aber es zeigt sich, dass man sich vorbereiten kann, um schlimmeren Schaden zu verhindern.  Die Menschen halten zusammen. Und das ist gut so.

hp.linz@volksfreund.de