Meister der schnellen Schnitte

BERNKASTEL-KUES. Das künstlerische Schaffen von Jean Yves Dousset ist von großer Vielfalt. Ein Kaleidoskop seiner Werke vom Scheren- über Linoschnitt und Grafik bis zu abstrakter Malerei zeigte der Künstler in seiner Ausstellung "Momente und Persönlichkeiten" in der Akademie Kues. Dousset widmete seine Ausstellung dem verstorbenen Maler Werner Seippel.

Die erste Ausstellung 2006 bescherte der Akademie ein volles Haus. Freunde und Kunstliebhaber kamen zur Vernissage des Künstlers Jean Yves Dousset. Unter den Besuchern waren auch Neugierige, die den Mann kennen lernen wollten, der als schnellster Scherenschnittkünstler den Weg ins Guinness-Buch der Rekorde und das Lexikon der Superlative fand. Der Pianist Gerhard Schmahl und die Flötistin Margret Koch gaben der Eröffnung den passenden Rahmen. Als vielfältiger Künstler, ob mit Pinsel, Stift, Schere oder Schreibfeder, nutze Dousset seine Werke als Kommunkationsmittel zwischen Menschen und Völkern, bemerkte Akademieleiterin Theresa Spies. Als "Grenzgänger" in mehrfacher Hinsicht bezeichnete auch Referent und langjähriger Freund Franz-Josef Friederich den gebürtigen Franzosen. Geboren wurde Dousset in der Südbretagne, er überschritt die Grenzen, lebte und arbeitete in vielen Ländern der Erde. Die Mosellandschaft und die Liebe haben den Franzosen in Briedel an der Mosel sesshaft werden lassen. Verblüffend am künstlerischen Schaffen Doussets sei seine außerordentliche Vielfalt, von Malerei, Linolschnitt, Portärtkunst und Karikatur bis hin zum Scherenschnitt reiche die Bandbreite, so Friederich. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Scherenschnitt. In rasanter Schnelligkeit zaubert Dousset aus schwarzem Papier einen Charakterkopf. Der Scherenschnitt bewege sich "beim Wegschneiden alles Überflüssigen" auf einem schmalen Grat, unterstrich der Referent. Man hat nur die Kontur, nur die Grenzlinie - Dousset als Grenzgänger. Mit künstlerischer Treffsicherheit schneidet Dousset aus dem Papier Portraits, die die betreffende Person in ihrer ganzen Eigenart "sichtbar machen". Davon konnten sich die Besucher überzeugen beim Anblick von bekannten Persönlichkeiten wie Mozart, Maria Callas, Hitchcock oder Greta Garbo. Menschen treffen, ihnen begegnen, sie darstellen nach ihrem inneren Wert - darin liegt Doussets Kunst des Scherenschnitts. Um ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, porträtierte er anlässlich einer Veranstaltung in Hamburg 229 Personen in zwei Stunden und zwei Minuten. "Da gab es nur ein Problem - die Leute konnten sich nicht schnell genug hinstellen", lacht der charmante Franzose. Dousset ist mit ganzem Herzen Grenzgänger - darüber gibt die Finissage der Austellung am Sonntag, 26. März, einen unterhaltsamen Einblick: mit französisch-deutscher Lyrik des Poeten Dousset, mit musikalischer Begleitung, ausgesuchten Weinen und Käse. Bis zur Finissage sind Doussets Werke zu den Öffnungszeiten der Akademie zu sehen.

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