Menschen, Flucht und Heimat

Mehr als 200 Seiten dick, verfasst von mehr als 40 Autoren und das 41. seiner Art: Das neue Kreisjahrbuch ist da. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Thema Ein- und Auswanderung.

Bernkastel-Wittlich. Das Thema war, ist und bleibt aktuell: Ein- und Auswanderung beschäftigen die Menschen im heutigen Gebiet des Landkreises Bernkastel-Wittlich nicht erst seit der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr. Seit dem 18. Jahrhundert siedelten immer wieder Menschen aus dem Kreisgebiet in fremde Länder um oder kamen aus der Ferne in die Region.
Der bekannte Hunsrücker Regisseur Edgar Reitz brachte zu diesem Thema auch seine Heimat-Trilogie heraus. Auf all diese Dinge weist unter anderem auch Landrat Gregor Eibes im Vorwort des neuen Kreisjahrbuchs hin, das jetzt erschienen ist. Mit dem neuen Werk können die Leser auf Wanderschaft durch die Geschichte des Landkreises gehen und Menschen aller Couleur begegnen.
Manderscheid auf dem Titel


Auf mehr als 200 Seiten widmen sich die Autoren des Jahrbuchs - es ist das 41. in Bernkastel-Wittlich - unter anderem dem Schwerpunktthema "Aus der alten Heimat in die Ferne - Aus der Ferne in die neue Heimat". Dabei wird auch über aktuelle ehrenamtliche Flüchtlingshilfe berichtet.
Dieses Thema spiegelt sich auch auf dem Titelbild wieder: Es zeigt ehrenamtliche Helfer der evangelischen Gemeinde Manderscheid, der katholischen Pfarrei St. Hubertus Manderscheid und der Stadt Manderscheid mit Flüchtlingen. Das Foto von Klaus Schmitz gehört, wie einige andere, zu einem Text mit dem Titel "Willkommen in Manderscheid", in dem es um die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in der Stadt Manderscheid geht.
Neben der Flüchtlingsthematik werden aber Menschen-Geschichten wie die über Susanne Steffen im neuen Kreisjahrbuch erzählt. Die Manderscheider Tennisspielerin hat das Down- Syndrom und gewann bei den Special-Olympics-World-Games 2015 die Goldmedaille.
Oder die Geschichte über Hilde Geisen, die nach 73 Jahren Ungewissheit das Schicksal ihrer Mutter kennenlernt, von der sie im Zweiten Weltkrieg getrennt wurde - auf der Flucht vor dem Hitler-Regime.
Die 45 Autoren des Kreisjahrbuchs schrieben Geschichten wie diese exklusiv für das neue Buch. Es sind eigene Erinnerungen sowie Geschichten aus fundiertem Wissen und intensiver Forschung.
Das Kreisjahrbuch 2017 gibt es ab sofort in den Buchhandlungen des Landkreises, beim Shopping-Center Bungert sowie bei der Bürgerberatung der Kreisverwaltung für 6,80 Euro. Die Auflage von 2700 Exemplaren wird durch regionale Unternehmen unterstützt.
Extra

Im vergangenen Jahr feierte das Kreisjahrbuch seinen 40. Geburtstag. 40 Jahre Kreisjahrbuch bedeuteten: 800 ehrenamtliche Autoren haben für die 40 Kreisjahrbuchausgaben und die mehr als 5900 Artikel zu 78 Sachgebieten recherchiert, geforscht und geschrieben. Es waren Historiker, Schriftsteller, Heimatforscher, Hausfrauen, Studenten und Schüler. Ende 1976 veröffentlichte der damals noch junge Landkreis Bernkastel-Wittlich sein erstes Jahrbuch. In Folge der Kreisreform, bei der aus den ehemaligen Altkreisen Bernkastel, Wittlich und einigen Orten des früheren Landkreises Zell der heutige Landkreis Bernkastel-Wittlich entstanden war, hatte Landrat Helmut Gestrich die Idee, ein Kreisjahrbuch herauszugeben. Ziel war es, mit dem neuen Kreisjahrbuch die Bevölkerung des neuen und größer gewordenen Landkreises einander bekannt zu machen. Darüber hinaus sollte das Bewusstsein für die Geschichte und die Kultur des gemeinsamen Landkreises gestärkt werden. red