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Merscheider halten ihre Geschichte in einer Chronik fest

Heimat : Dompropst, Krupps Gretchen und ein Räuberhauptmann – Merscheider halten ihre Geschichte in einem Buch fest

Die Merscheider Ortschronik soll möglichst bald gedruckt und im Rahmen eines größeren Festes vorgestellt werden.

„Es ist geschafft“, freuen sich Roswitha Bernard und das gesamte Chronik-Team, zehn 25- bis 85-Jährige, über die ersten Ansichtsseiten der Merscheider Ortschronik, die sie vom Verlag bekommen haben.

Seit 2012 haben sie Dokumente, Berichte und Fotos gesammelt, Archive besucht, Texte verfasst. Am 23. März, Tag eins der Corona-Kontaktsperre, war alles komplett – einschließlich der Beiträge vieler weiterer Autoren. Dank ihnen wurde es eine vielfältige Chronik, nennt Bernard als Beispiel historische Beiträge von Berthold Staudt, dem sie alle „super dankbar“ seien.

Die Chronik enthält darüber hinaus viele Anekdoten: zu den Schinderhannes-Dreharbeiten mit Curd Jürgens 1958 am Merscheider „Heiligenhäuschen“, über „Buches Gretchen“, das Kindermädchen der Industriellenfamilie Krupp, eine mündlich überlieferte Spukgeschichte und Fiktives vom geheimnisvollen Bundestagsabgeordneten Jakob Maria Mierscheid. Ebenso genannt ist der 1901 von der eigenen Ehefrau vergiftete „Hilfsförster“, ein Mord, über den sogar in Amerika zu lesen war.

Daneben widmen sich Kapitel der Geschichte des früheren Amtssitzes mit Marktrechten seit 1723, Persönlichkeiten wie Friedrich Thinnes (1790 bis 1860), Dompropst in Würzburg, und Abt Stephan Sauer (1874 bis 1955), Kirchen-, Schul- und Mühlen-Geschichte, Hausnamen, Landwirtschaft und Wald, Handwerk und Gewerbe, Auswanderungs- und Kriegszeiten, Brauchtum und Vereinen.

Freiwillige Helfer haben bereits alle Texte Korrektur gelesen und erste Sponsoren Geld gespendet. Da der wegen Corona abgesagte traditionsreiche Merscheider Markt als Einnahmequelle fehlt, soll ein späteres Chronik-Fest die Finanzierung der Druckkosten ermöglichen.