Millionengebot für Ex-Familienhotel Haus Hochwald

AUS DEM ARCHIV: November 2019 : Millionengebot für Ex-Familienhotel Haus Hochwald

Das Haus Hochwald in Horath soll zwangsversteigert werden, am heutigen Mittwoch hat ein Interessent am Trierer Amtsgericht 2,25 Millionen Euro geboten. Und der ist kein Unbekannter.

Es ist ein Termin mit vielen geflüsterten Beratungsgesprächen und Gängen vor die Tür, der Zwangsversteigerungstermin für das Haus Hochwald. Für das ehemalige Hotel in Horath ist es bereits der dritte Termin, bei dem die Zwangsversteigerung über die Bühne gehen soll. Im zweiten Durchgang bot ein Interessent 1,4 Millionen Euro, der Hauptgläubiger lehnte das Gebot allerdings ab. Zwei Parteien bieten dieses Mal im Trierer Amtsgericht für das Haus, angefangen mit einer Million Euro. Dann geht es weiter mit Schrittchen: 1,1 Millionen, 1,2 Millionen, 1,3 Millionen. Nach einer kurzen Unterbrechung geht dann alles ziemlich schnell – ein Bieterpaar steigt nach ihrem letzten Gebot von 2,2 Millionen aus, das Gebot des Höherbietenden liegt zu diesem Zeitpunkt bei 2,25 Millionen. Dann heißt es: zum ersten, zum zweiten, zum dritten, keine weiteren Gebote mehr.

Doch verkauft ist das Haus Hochwald damit noch nicht – zunächst gibt es einen Verkündungstermin in ein paar Tagen. Bis dahin haben die Gläubiger nun Zeit, sich zu überlegen, ob das Gebot ausreichend ist. Markus Schiffer, Justiziar der Sparkasse Mittelmosel, sagt nach dem Termin: „Das Gebot ist deutlich besser als beim letzten Mal. Ich denke mal, dass sich bei diesem Gebot auf jeden Fall darüber nachdenken lässt.“

Doch wer ist der Interessent, der am Schluss mit seinem Gebot von 2,25 Millionen Euro übrig blieb? Es ist Helmut Haumann, angereist für den Termin am Trierer Amtsgericht ist er aus Köln. Haumann war viele Jahre der Vorsitzende des Trägervereins Haus Hochwald. Das Familienhotel konnte damals nicht mehr weiterbetrieben werden, weil der Trägerverein im Jahr 2017 insolvent ging. Haumann gab als Grund für die Überschuldung des Vereins eine geänderte Gesetzeslage an, die auch Ferienstätten anderer gemeinnütziger Träger in Probleme gebracht habe.

Denn um seine Gemeinnützigkeit zu behalten, müsse der Verein nachweisen, dass zwei Drittel der Gäste bestimmten Kriterien unterliegen. Dazu gehören beispielsweise Schwerbehinderungen oder ein niedriges Einkommen. Eine unpraktikable Lösung, sagte Haumann 2017: „Um diesen Nachweis zu führen, bräuchten wir von jedem Gast eine Steuererklärung. Wir gehen davon aus, dass unsere Klientel diesen Kriterien entspricht, aber der Nachweis ist das Problem“, sagt er. Ein Musterprozess, den der Verein geführt habe, sei ohne Erfolg gewesen. Die Gesetzesänderung habe zu hohen Steuernachzahlungen von „etlichen 100 000 Euro“ geführt, sagte Haumann damals. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als in die Insolvenz zu gehen.“

Für das ehemalige Hotel Haus Hochwald hat Haumann bereits Pläne, falls es zum Verkauf kommen sollte. „Ich möchte es als Familienhotel weiterbetreiben“, sagt er. In einer Woche soll die Entscheidung darüber fallen, ob es einen erneuten Zwangsversteigerungstermin für das ehemalige Familienhotel geben wird, oder ob das Haus Hochwald für den Preis von 2,25 Millionen Euro an Haumann geht. Der Verkündungstermin ist am Mittwoch, 27. November, um 8.50 Uhr im Trierer Amtsgericht.

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